Automobilhersteller

Audi zahlt 800 Millionen Euro Strafe wegen Dieselskandal

Audi zahlt in einem Bußgeldverfahren gegen den Konzern eine Strafe von 800 Millionen Euro. Es ging um Abweichungen bei Diesel-Motoren.

Diesel-Nachrüstungen: Das müssen Autofahrer jetzt wissen

Diesel-Nachrüstungen: Mit dem Konzept der Bundesregierung soll die Menge an gesundheitsgefährdenden Stickoxiden verringert werden. Was die Regierung und was die Autohersteller jetzt zahlen – und was nicht.

Diesel-Nachrüstungen: Das müssen Autofahrer jetzt wissen

Beschreibung anzeigen

Ingolstadt.  Der Automobilhersteller Audi zahlt wegen des Dieselskandals eine Strafe von 800 Millionen Euro. Wie Konzernmutter VW in einer Adhoc-Mitteilung erklärte, ist die Strafe die Folge eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens der Staatsanwaltschaft München II.

Laut Meldung an die Aktionäre bekenne sich die Audi AG zu ihrer Verantwortung und akzeptiere deshalb die geforderte Strafe. In der Meldung heißt es explizit, dass das Verfahren nach Abweichung bei Vorgaben bei Audi-Motoren in Dieselautos eingeleitet worden war. Das Bußgeldverfahren sei mit der Zahlung des Bußgeldes beendet, heißt es weiter.

Das gesamte Verfahren ist laut Staatsanwaltschaft jedoch noch nicht beendet. Nach wie vor werde gegen 20 Beschuldigte ermittelt, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag. Bei den Ermittlungen gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler und weitere Beschuldigte geht es um den Verdacht des illegalen Verkaufs von Fahrzeugen mit gefälschten Abgaswerten. Stadler sitzt in Untersuchungshaft.

Die Geldbuße setzt sich laut Volkswagen aus dem gesetzlichen Höchstmaß einer Ahndung von 5 Millionen Euro sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von 795 Millionen Euro zusammen.

Die Ermittler hatten in dem bisherigen Verfahren V6- und V8-Dieselmotoren von Audi untersucht. Der Vorwurf war, dass die Motoren in bestimmten Situationen weit mehr Schadstoffe ausstoßen als zulässig gewesen wären.

Abgas-Skandal: Darum haben Diesel-Autos zu Recht so ein schlechtes Image

Diesel-Autos: Sie sind echte Umweltsünder, denn sie sind für die Mehrheit der schädlichen Stickoxid-Emissionen verantwortlich.
Abgas-Skandal: Darum haben Diesel-Autos zu Recht so ein schlechtes Image

Neben Audi ist von dem Bußgeld auch die Konzernmutter Volkswagen betroffen. Die Buße wirkt sich nämlich direkt auf das Konzernergebnis von Volkswagen aus, wie die Audi-Mutter in Wolfsburg mitteilte. Auch die mit 30,8 Prozent an VW beteiligte Porsche SE wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Sie rechnet für 2018 aber immer noch mit einem Nettogewinn von 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro.

Volkswagen musste eine Milliarde Euro Strafe zahlen

Der Autohersteller senkt nach dem verhängten Bußgeld seine finanziellen Ziele für das laufende Jahr. „Unter Einbeziehung der Sondereinflüsse aus dem Bußgeldbescheid wird der Audi Konzern wesentliche finanzielle Spitzenkennzahlen aus seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2018 deutlich unterschreiten“, teilte der Konzern am Dienstag mit. In welcher Höhe die Ziele unterschritten werden, blieb zunächst offen.

Erst im Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeld über eine Milliarde Euro gegen Volkswagen verhängt, das der Konzern ebenfalls annahm.

Mit dem Bußgeldbescheid werde nach dem von der Staatsanwaltschaft Braunschweig geführten Ordnungswidrigkeitsverfahren ein weiteres wichtiges Verfahren im Zusammenhang mit der Dieselaffäre beendet. (ac/rtr/dpa)