Das Wirtschaftswachstum in Berlin hat sich verlangsamt. Die Investitionsbank Berlin senkte am Montag ihre Prognose für das laufende Jahr auf 1,8 Prozent. Im Sommer hatte die IBB noch mit mehr als zwei Prozent Wirtschaftswachstum gerechnet. Gleichwohl würde Berlin damit schneller wachsen als der Rest der Republik. „Die Volkswirte der IBB sehen gute Chancen, dass die Berliner Wirtschaft auch im laufenden Jahr wieder überdurchschnittlich zulegen wird, denn in Deutschland dürfte das Wachstum 2014 nach Prognose der IBB-Volkswirte nicht über 1,5 Prozent steigen“, so die IBB.

Die deutsche Wirtschaft leidet vor allem unter den Sorgen vor dem Wiederaufflammen der Finanzkrise in Europa sowie den außenpolitischen Wirrungen wie den Russland-Sanktionen und den Konflikten im Nahen Osten. „Aufgrund des hohen Dienstleistungsanteils wird eine konjunkturelle Eintrübung im deutschen Verarbeitenden Gewerbe die Berliner Wirtschaft jedoch weniger stark belasten“, schreiben die IBB-Volkswirte.

Der Berliner Dienstleistungssektor ist zuletzt deutlich gewachsen. Im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze um 4,1 Prozent. Davon profitiert bislang auch der Arbeitsmarkt: Die Zahl der Beschäftigten stieg im Dienstleistungssektor um 3,7 Prozent.

In Berlin sind mehr als 1,27 Millionen Menschen beschäftigt

Davon angetrieben ist im Juli die Zahl der erwerbstätigen Berliner auf 1,27 Millionen gestiegen. Das entspricht einer Steigerung um 3,3 Prozent. Zum Vergleich: deutschlandweit stieg die Beschäftigtenzahl um 1,8 Prozent.

Handel und Gastronomie profitierten vom anhaltenden Tourismus-Boom und legten um 3,4 bzw. 2,4 Prozent zu. Damit entwickeln sich beide Wirtschaftszweige in der Hauptstadt viel besser als im Bundesdurchschnitt ( 1,3 Prozent und 1,4 Prozent).

Hochwertige und dauerhafte Jobs durch Gründungen

Wie die IBB mitteilte, lag in den ersten sieben Monaten die Zahl echter Unternehmensgründungen in Berlin mit 5190 um mehr als acht Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Jede dritte Gründung erfolge in einer der sogenannten Zukunftsbranchen.

„Natürlich kann Berlin sich nicht von den Vorgaben aus Deutschland oder Europa lösen. Wichtig ist aber, dass die Stadt weiter auf dem eingeschlagenen Wachstumspfad bleibt. Besonders die stark wachsenden Betriebsgründungen sind wichtig, denn hier entstehen die hochwertigen und dauerhaften Jobs der Zukunft für Berlin“, sagte IBB-Chef Rolf Friedhofen.

gri