Baugenossenschaften

Gästewohnungen - Günstige Unterkunft für Freunde und Familie

Gästewohnungen gehören bei Wohnungsbaugenossenschaften zum guten Service. Die Mitglieder können sie für ihre Freunde und Verwandte vorübergehend mieten. Doch ab Mai 2014 drohen neue Kosten.

Foto: Wohnungsbaugenossenschaften Berlin / Wohnungsbaugenossenschafte

Gästewohnungen gehören bei den Genossenschaften zum Service für ihre Mitglieder. Sie können diese Wohnungen für ihre Freunde oder Verwandte vorübergehend günstig mieten.

„Die meisten Gästewohnungen haben nur ein oder zwei Zimmer. Sie werden von den Mitgliedern genutzt und angemietet, die gleichzeitig bei uns Mieter sind. Für Beschädigungen während der Mietzeit haften die Mitglieder gegenüber der Genossenschaft“, sagt Jörg Wollenberg, Vorstandsmitglied der bbg Berliner Baugenossenschaft. Seine Genossenschaft hat 13 Gästewohnungen.

Sie werden oft auch als Ausweichquartier für die Mieter genutzt, falls ihre Wohnungen saniert werden, ein Wasserschaden auftritt oder größere Baumaßnahmen wie eine Strangsanierung stattfinden. Für die Zeit der vorübergehenden Unterbringung entstehen dem Mieter keine Kosten.

Durch die vom Berliner Senat beschlossene Zweckentfremdungsverbotsverordnung wurden auch die Gästewohnungen der Genossenschaften Teil der öffentlichen Diskussion. Nach der neuen Verordnung können ab 1. Mai 2014 Ferienwohnungen in Berlin verboten werden.

Keine Gewinnorientierung

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hat mit der zuständigen Senatsverwaltung intensive Gespräche geführt, damit die Gästewohnungen der Genossenschaften und kommunalen Wohnungsunternehmen von der neuen Regelung ausgeklammert werden, weil es sich bei diesen Unternehmen um Gemeinschaftseinrichtungen handelt, die in der Regel nicht gewinnorientiert arbeiten. Das ist leider nicht gelungen.

Die Genossenschaften dürfen zwar ihre Gästewohnungen weiterhin betreiben, müssen allerdings für jede Gästewohnung eine Ausgleichsabgabe in Höhe von fünf Euro pro Quadratmeter im Monat zahlen.

Der BBU betont, dass diese Abgabe für viele Genossenschaften eine Belastung darstellen kann. „Die Zweckentfremdung soll natürlich vermieden werden, aber es gibt Unterschiede zwischen den Gästewohnungen der Genossenschaften und Kommunalunternehmen und den sogenannten echten Ferienwohnungen in der Stadt, die meist sogar überteuert an Touristen extrem gewinnorientiert vermietet werden. Unsere Gästewohnungen dienen dem Gemeinwohl und stellen keine Zweckentfremdung im Sinne des Gesetzes aus unserer Sicht dar“, sagt Wollenberg.