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Fluglinie Air Berlin will keine neuen Hilfen von Etihad

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Foto: Paul Zinken / dpa

Die Fluglinie Air Berlin rutscht noch tiefer in die roten Zahlen. Der Nettoverlust stieg auf 196,3 Millionen Euro. Das Eigenkapital ist mittlerweile aufgezehrt. Doch der neue Chef hat noch Hoffnung.

Air Berlin hat wie erwartet seinen Verlust im ersten Quartal ausgeweitet. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft gab einen Nettoverlust von 196,3 Millionen Euro nach 163,6 Millionen im Vorjahreszeitraum bekannt. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 166 Millionen Euro gerechnet.

Der Umsatz des Lufthansa-Konkurrenten fiel um 2,6 Prozent auf 791,9 Millionen Euro. Hier waren 777 Millionen Euro erwartet worden. Air-Berlin-Chef Wolfgang-Prock Schauer, der das Amt des Firmenchefs erst im Januar von Hartmut Mehdorn übernommen hatte, strebt im Gesamtjahr aber weiterhin operativ eine schwarze Null an.

Nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten befindet sich Air Berlin schon seit einiger Zeit in einem harten Sanierungsprozess. Sparen steht dabei im Mittelpunkt.

Eigenkapital bei minus 53,1 Millionen Euro

Um über die Runden zu kommen, holte Air Berlin Ende 2011 die kapitalkräftige Etihad an Bord – das Unternehmen aus dem Golf-Emirat Abu Dhabi stieg mit knapp 30 Prozent bei Air Berlin ein und half seitdem mit Finanzspritzen aus. Prock-Schauer sagte allerdings am Mittwoch, Air Berlin wolle seine Zukunft ohne neue Hilfen von Etihad sichern.

Mit seinem Sparprogramm kommt die Airline nach eigenem Bekunden voran. „Zwei Drittel der für das Gesamtjahr 2013 eingeplanten Ergebnisbeiträge des ‚Turbine‘-Programms haben wir bereits abgesichert. Wir sind davon überzeugt, die Zielgröße von 200 Millionen Euro in diesem Jahr zu erreichen. Die ‚Turbine‘-Effekte werden sich ab dem dritten Quartal im Ergebnis positiv niederschlagen“, erklärte Schauer.

Der Verlust zehrte das Eigenkapital komplett auf. Air Berlin bezifferte es nach dem schwachen ersten Quartals mit minus 53,1 Millionen Euro. „Das Eigenkapital ist aufgrund der saisonbedingt traditionell schwachen Ertragslage sowie der Einmalbelastungen negativ. In den Folgequartalen wird allerdings die übliche saisonale Geschäftsbelebung wieder eintreten und das Eigenkapital stärken“, prognostizierte Finanzchef Ulf Hüttmeyer. Das Ziel bleibe weiterhin, mittelfristig eine Eigenkapitalquote von 15 bis 20 Prozent zu erreichen.