E-Mobilität

Berlin wird "Schaufenster" für Elektrofahrzeuge

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Jens Anker

Berlin wird eines von vier Schaufenstern der Elektro-Mobilität und erhält dafür bis zu 50 Millionen Euro Fördergeld.

Die Berliner Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos) hat die Entscheidung der Bundesregierung begrüßt, eines von vier Schaufenstern der Elektromobilität nach Berlin zu vergeben. „Das ist eine Riesenchance für die Wirtschaft in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg“, sagte von Obernitz am Dienstag. „Die Entscheidung für Berlin und Brandenburg ist ein gemeinsamer Erfolg von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung.“ Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sieht in dem Votum die Chance, „unsere Stärken noch zügiger auszubauen, um zu einem der führenden Standorte dieser Zukunftstechnologie zu werden“.

Zuvor hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) Berlin als eines von vier künftigen Schaufenstern der Elektromobilität benannt. In den kommenden zwei Monaten wird der Senat zusammen mit der Bundesregierung die Projekte auswählen, die gefördert werden. „Die Bundesregierung will für jedes Schaufenster ein eigenes Profil erstellen“, sagte der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning. Nach den Vorstellungen der Bundesregierung über das Berliner Profil werden dann die Berliner und Brandenburger Projekte ausgewählt, die die Metropole international als Hauptstadt der Elektromobilität herausstellen sollen. Die Entscheidung darüber soll in den kommenden zwei Monaten fallen.

Klares Votum für Berlin

Berlin hatte sich mit insgesamt 50 Vorhaben für das Förderprogramm des Bundes beworben. Darunter waren Projekte für einen strombetriebenen öffentlichen Nahverkehr, Sonderregeln für Elektroautos und ein Konzept für die flächendeckende Versorgung der E-Autos mit Strom.

Insgesamt hatten 180 Unternehmen ihre Bereitschaft erklärt, sich an Elektromobilitätsprojekten in der Region zu beteiligen. Das hatte der Senat als „klares Votum für Berlin“ gewertet. 23 Regionen und Städte hatten sich für das Förderprogramm des Bundes beworben, eine Fachjury aus Wissenschaftlern hatte daraus vier Empfehlungen an das Verkehrsministerium formuliert. Neben den bis zu 50 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre steuert das Land 25 Millionen Euro bei, private Unternehmen sollen weitere 50 Millionen zuschießen. Insgesamt stehen der Region Berlin-Brandenburg 125 Millionen Euro zur Förderung von E-Mobilitäts-Projekten zur Verfügung.

Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) begrüßte die Entscheidung des Bundes ebenfalls. „Diese Entscheidung ist ein Riesenerfolg und eine große Chance für Berlin und Brandenburg“, sagte UVB-Präsident Burkhard Ischler. Damit werde eines der Zukunftsfelder in der Hauptstadtregion etabliert, die Industrie weiter gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen. „Zahlreiche Industrieunternehmen, alle großen Automobilhersteller und viele kleine und mittelständische Unternehmen werden jetzt ihr Know-how gebündelt einbringen und die Anwendung von Elektromobilität in der Hauptstadtregion voranbringen.“