Insolvenz

Schlecker schließt bundesweit 2000 Märkte

Für gut 2000 Schlecker-Märkte kommt das Aus: Die insolvente Drogeriekette hat am Mittwoch eine Liste mit den Filialen veröffentlicht, die geschlossen werden sollen. Der Räumungsverkauf beginnt ab sofort.

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Die insolvente Drogeriekette Schlecker hat am Mittwoch eine Liste mit rund 2000 Filialen veröffentlicht , die geschlossen werden sollen. Es handle sich um eine vorläufige Aufstellung, bei der sich noch Änderungen ergeben könnten, teilte das Unternehmen mit. Die Schließung der Märkte auf der Liste gilt aber als sicher.

Rund 150 Schlecker-Filialen in Berlin und Brandenburg droht nach Informationen der Gewerkschaft Ver.di das Aus. Diese Zahlen gingen auf die vorläufige Liste zurück, nach der in Berlin 92 und in Brandenburg 69 Drogerie-Filialen geschlossen werden sollten, sagte Ver.di-Sprecher Andreas Splanemann am Mittwoch. Allerdings habe die vorläufige Schließliste eine hohe Fehlerquote von 10 bis 20 Prozent.

In Berlin gibt es laut Ver.di derzeit 191 Filialen, in Brandenburg 128. Wie viele der rund 1300 Arbeitsplätze durch die Filialschließungen wegfielen, sei noch nicht klar, so Splanemann. „Dazu wurde bisher keine Aussage getroffen.“ Die Zahl richte sich auch danach, wie viele Beschäftigte künftig in einer Filiale arbeiten werden.

Die Läden sollen ab sofort mit einem Räumungsverkauf mit 30 Prozent Rabatt auf alle Produkte, die keiner Preisbindung unterliegen, beginnen und noch bis 24. März 2012 geöffnet haben. Die Schließung der Verkaufsstellen bedeute für die betroffenen Mitarbeiter nicht automatisch auch die Kündigung, hatte es am Dienstag geheißen. "Zu den unvermeidbaren Entlassungen laufen aktuell noch Gespräche mit dem Schlecker Gesamtbetriebsrat, der Gewerkschaft Ver.di und dem vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Ziel ist es, einen Sozialplan auszuarbeiten, der den Stellenabbau so sozial verträglich wie möglich macht", stand in einem Fax an die Märkte.

Schlecker hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet. Um das Unternehmen zu retten, sollten nach ursprünglichen Angaben rund 2400 der derzeit 5400 deutschen Filialen geschlossen werden. Bundesweit bangen fast 12.000 Beschäftigte, überwiegend Frauen, um ihre Jobs.

Die Gewerkschaft Ver.di hat die Mitarbeiter aus Berlin und Brandenburg für Donnerstag (15. März, 16 Uhr) zu einer Kundgebung aufgerufen. Mit der Aktion am Neptunbrunnen in Mitte wollten die Beschäftigten zeigen, dass sie nach der Insolvenz Angst um ihre Arbeitsplätze haben, erklärte Ver.di.