Drogeriemarkt-Kette

Schlecker weckt großes Interesse bei Investoren

Zahlreiche potenzielle Käufer prüfen die Bücher des Drogeriemarktes. Darunter auch bekannte Namen. Denn die Schlecker-Struktur bietet aussichtsreiche Perspektiven.

Die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker stößt bei möglichen Investoren auf großes Interesse. „Ich habe eine zweistellige Zahl von Interessenten, die auch schon umfangreiche Unterlagen bekommen haben“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz „Morgenpost Online“.

Unter den Interessierten seien „bekannte Namen“, sowohl Finanzinvestoren als auch strategische Investoren. „Die ersten Gespräche waren gut. Die Interessenten wissen sehr genau, welche Fehler im Unternehmen gemacht wurden. Die Investorensuche läuft nach Plan“, sagt Geiwitz.

Nach diesem Plan werden bis Ende März rund 2400 der 5400 Schlecker-Filialen geschlossen und 11.750 Mitarbeiter entlassen. Die Liste jener Läden, die es trifft, steht inzwischen. „Da kann es noch einige Änderungen geben, wir sind mit den Mitarbeitervertretern im Gespräch“, sagt Geiwitz. Nach dem Ausverkauf in den zu schließenden Filialen soll Schlecker wieder schwarze Zahlen schreiben und damit für Investoren attraktiv werden.

„Es gibt in Deutschland keinen Wettbewerber, der so kleine Flächen bedienen kann wie Schlecker. Ich sehe da wirklich Aussichten“, sagte der Verwalter. Spätestens Ende März sollen die Investorengespräche vertieft werden, danach wähle er aus der Liste die aussichtsreichsten Kandidaten aus. Trotz seines Optimismus’ könne er allerdings nicht garantieren, dass die Investorensuche tatsächlich zu einem Erfolg führe.

Schon oft hatten Insolvenzverwalter zunächst Anfragen zahlreicher Interessenten auf dem Tisch und standen am Ende doch mit leeren Händen und damit ohne Käufer da. Bei Quelle 2009 etwa lag die Zahl der Interessierten in der ersten Runde bei über 30 – und dennoch musste der Verwalter das Unternehmen am Ende liquidieren.

Konkurrenten interessieren sich für Interna

Möglicherweise stiegen Firmen zunächst einmal ins Rennen ein, um Einblick in sonst geheime Zahlen zu bekommen oder um reagieren zu können, falls ein Wettbewerber sich ernsthaft interessiert zeigt.

Geiwitz bedauerte, dass das Bundeswirtschaftsministerium am Wochenende einen Kredit für eine Transfergesellschaft über die staatliche KfW-Bank „trotz überschaubarem Risikos“ abgelehnt hatte . „Möglicherweise ist die Lobby der Schlecker-Mitarbeiterinnen nicht groß genug“, sagte er.

Er halte eine solche Gesellschaft angesichts der großen Zahl von Menschen, die ihre Jobs verlieren werden, für sinnvoll. „Wir sind da noch dran und geben nicht auf. Es gab in anderen Fällen ebenfalls schon Transfergesellschaften, die ohne staatliche Unterstützung auskamen.“