Der größte deutsche Energieversorger E.on hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,2 Milliarden Euro geschrieben. Nach dem Regierungsbeschluss zum Ausstieg aus der Atomenergie und der Stilllegung deutscher Kernkraftwerke sei nun jedoch „die Talsohle durchschritten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen am Mittwoch in Düsseldorf.

Die E.on AG habe „in wirtschaftlich schwierigem Fahrwasser ihren Konsolidierungskurs fortgesetzt“, erklärte Teyssen weiter. Das Konzernergebnis „liege im Rahmen der Erwartungen“. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag im abgelaufenen Jahr mit rund 9,3 Milliarden Euro 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. 2010 hatte der Energieriese noch einen Gewinn von 5,8 Milliarden Euro verbucht.

Der Umsatz lag mit rund 113 Milliarden Euro hingegen etwa 22 Prozent über dem Vorjahreswert. Erfreulich seien vor allem die Ergebniszuwächse der erneuerbaren Energien, im russischen Kraftwerksgeschäft und in der Gasproduktion, teilte Teyssen mit. Dies zeige, dass Eon „die richtigen Wachstumsfelder definiert“ habe. Auch die Aktivitäten außerhalb Europas wie zum Beispiel in Brasilien würden vorangetrieben. E.on werde deshalb „schon 2012 einen Ergebnisanstieg sehen, der sich in den Folgejahren fortsetzen wird“, kündigte der E.on-Chef an.

Die Dividende soll von 1,50 Euro auf 1,00 Euro gekürzt und für das Geschäftsjahr 2012 wieder leicht auf 1,10 Euro angehoben werden, hieß es weiter.

Die E.on-Tochter Ruhrgas steht wegen der Lieferverträge mit höheren Preisen unter erheblichem Druck, weil Gas am Markt zu günstigeren Preisen zu kaufen ist. Seit einiger Zeit verhandeln die Düsseldorfer mit Gazprom über eine Anpassung der Preise. Derzeit liegt der Fall vor dem Schiedsgericht. Insgesamt bezieht E.on 35 Prozent der Mengen von Gazprom.

Um seine Abhängigkeit zu verringern hat E.on sich deshalb mit Norwegen über neue Konditionen zur Gaslieferung geeinigt. Wie das Unternehmen mitteilte, werde E.on künftig 25 Prozent seines gesamten Gasbezugs zu Preisen auf Marktniveau beziehen können.

AFP/sei