Konsum und Export

Schuldenkrise bremst Wirtschaft der Euro-Länder aus

Erstmals seit zwei Jahren schrumpft die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum. Für 2012 rechnet die EU-Kommission mit einer Rezession.

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Ein schwacher Konsum und sinkende Exporte ließen im vierten Quartal 2011 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal sinken. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mit und bestätigte damit ihre erste Schätzung.

Sowohl bei den Verbrauchern wie auch bei den Unternehmen zeigte sich die Bremsspur. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte sanken um 0,4 Prozent. Firmen investierten 0,7 Prozent weniger als im Vorquartal, die Exporte sanken um 0,4 Prozent.

Erstmals seit zweieinhalb Jahren schrumpfte somit die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum wieder. Ein Minus hatte es zuletzt im Frühjahr 2009 gegeben, damals waren es 0,2 Prozent.

Zum Jahresende 2011 betrug der Rückgang in Deutschland 0,2 Prozent, in Italien 0,7 Prozent. Frankreich konnte dagegen ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent verzeichnen. Besonders stark sank das BIP im hoch verschuldeten Portugal mit minus 1,3 Prozent.

Insgesamt lief das Jahr 2011 aber gut für die Wirtschaft im Euro-Raum, die laut Eurostat um 1,4 Prozent zulegte. Damit revidierten die Statistiker ihre erste Schätzung um 0,1 Prozentpunkt nach unten.

Die Aussichten für 2012 sind eher düster. Die EU-Kommission erwartet eine Rezession. Laut jüngster Prognose wird die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 0,3 Prozent zurückgehen.