Das Land Baden-Württemberg hat der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker Staatshilfen in Aussicht gestellt . Das Land könne Schlecker bei einem Neustart mit Kreditausfallbürgschaften helfen, „wenn ein tragfähiges Konzept da ist“, sagte Landeswirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) dem "Handelsblatt“. Ein solches Konzept müsse ein möglicher Investor vorlegen, der an Schlecker interessiert sei.
Schlecker hat seinen Firmensitz in Baden-Württemberg. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sucht einem Bericht des Magazins „Spiegel“ zufolge nach einem Geldgeber, der die verbleibenden Schlecker-Märkte weiterführt und modernisiert. Geiwitz hatte Mitte vergangener Woche angekündigt, dass bis zu 11. 750 der 25.000 Arbeitsplätze bei Anton Schlecker und Schlecker XL wegfallen sollen.
Auch andere Bundesländer sollten sich je nach Anzahl der Schlecker-Arbeitsplätze in ihrem Gebiet an etwaigen staatlichen Hilfen beteiligen, sagte Schmid. Staatliche Unterstützung für Schlecker sei gerechtfertigt, da es um die „Sicherstellung einer flächendeckenden Nahversorgung“ gehe.
Die Konkurrenz äußerte Kritik an einer möglichen staatlichen Absicherung von Krediten für Schlecker. „Es gibt kein Recht auf Nahversorgung“, zitierte das „Handelsblatt“ den Vertreter eines Wettbewerbers. „Wenn, dann hätten alle Drogeriemarktketten Anspruch auf Subventionen.“
Staatliche Ausfallbürgschaften würden die Chancen von Schlecker auf neue Kredite erhöhen. Womöglich wirken sich solche Zusagen auch günstig auf das Zinsniveau aus. Schlecker hatte kürzlich seine Zahlungsunfähigkeit bekanntgegeben. Das Unternehmen hatte über Jahre Verluste angehäuft.
Von aktuell 5410 Filialen sollen noch 3000 übrig bleiben . Schmid sagte, der Staat müsse auch die Folgen der Pleite für die Mitarbeiter Schleckers – zumeist Frauen – abfedern. „Der Staat ist gefordert, die Folgen abzumildern.“ Möglicherweise sei es hierzu nötig, „neue Wege zu gehen“. Eventuell müsse das Insolvenzgeld für die Beschäftigten verlängert werden, bis ein Zukunftskonzept für Schlecker stehe. Auch EU-Gelder könnten eingesetzt werden. Für die von Entlassung betroffenen Teile der Belegschaft müssten Bund und Bundesagentur für Arbeit die Finanzierung einer Beschäftigungsgesellschaft auf die Beine stellen.
Schlecker-Rivale Rossmann erklärte indes, Interesse an der Übernahme von bis zu 80 Schlecker-Filialen zu haben. Zwar seien „die meisten Läden“ Schleckers für Rossmann „nicht interessant“, sagte Firmengründer Dirk Roßmann dem "Tagesspiegel“.
In der Regel seien die Ladengeschäfte zu klein oder in der Nähe bestehender Filialen von Rossmann sowie der Wettbewerber dm und Müller. Ein Teil der Schlecker-Filialen sei aber interessant. „Wir haben uns alle Läden angesehen und sind zu dem Schluss gekommen, dass maximal 50 bis 80 Geschäfte für uns interessant sind“, sagte Roßmann.
AFP/cat


