Radikaler Jobabbau

Ver.di fordert Staatshilfe für Schlecker-Mitarbeiter

Die Gewerkschaft Ver.di hat die Politik zur Unterstützung der Schlecker-Mitarbeiter aufgerufen. Tausende Frauen bräuchten eine Perspektive.

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Angesichts von fast 12.000 Stellenstreichungen bei der insolventen Drogeriekette Schlecker fordert die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ein Eingreifen der Politik. „Das ist ja eine Insolvenz in bisher nicht da gewesener Dimension “, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske im ARD-"Morgenmagazin“.

Betroffen seien Frauen im untersten Einkommensbereich. „Da muss etwas passieren“, sagte Bsirske. Dringend erforderlich sei eine Transfergesellschaft für die Qualifikation und Vermittlung der Betroffenen.

Die Politik sei gefordert , weil tausenden Frauen dabei geholfen werden müsse, „sich eine Perspektive zu erhalten“. Initiativen aus der Politik seien erforderlich, „um Zeit zu gewinnen, die wir brauchen, um nach Investoren zu suchen“, betonte der Verdi-Chef.

Der Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte angekündigt, dass bis zu 11.750 der insgesamt 25.000 Arbeitsplätze bei Anton Schlecker und Schlecker XL in Deutschland wegfallen sollen. Von den aktuell 5410 Filialen mit dem Schlecker-Logo in der Bundesrepublik sollen noch 3000 übrig bleiben.

„Das hat mich selbst in diesem Ausmaß überrascht“, sagte Geiwitz ebenfalls im "Morgenmagazin“. Die Einschnitte seien bitter, aber eine „unbedingte Notwendigkeit“ für das Überleben von Schlecker. Schlecker werde nicht alle verlustreichen Filialen schließen, erklärte Geiwitz. Für manche derzeit Verlust schreibenden Läden gebe es auch die Hoffnung, „dass sie zukünftig Gewinn machen“.

„Wir haben es uns sehr schwer gemacht, die Filialen auszusuchen, die zu schließen sind“, sagte Geiwitz. Doch könne kein Unternehmen dauerhaft mit Verlusten leben. Hinzu komme die bisher fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Schlecker brauche auch ein anderes Sortiment. „Das wird der Kunde merken, in den nächsten Wochen und Monaten“, so Geiwitz.

Geiwitz äußerte sich dennoch vorsichtig optimistisch zur Zukunft der Drogeriekette . „Natürlich müssen wir noch mit Arbeitnehmern, Vermietern und Lieferanten verhandeln. Aber wir sind doch (...) alle der Meinung, dass wir die Voraussetzungen geschaffen haben, dass Schlecker diese Zukunft hat“, sagte Geiwitz.