Drogeriemarkt

Schlecker-Tochter "Ihr Platz" baut über 900 Jobs ab

Nach Schlecker kommt es nun auch bei Ihr Platz zum Stellenabbau. Die Arbeitsministerin will mit einer Auffanggesellschaft helfen.

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Die insolvente Schlecker-Tochter Ihr Platz streicht 908 der 5.350 Arbeitsplätze und will ein knappes Viertel seiner Filialen schließen. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider mit, der Partner in der Kanzlei des Schlecker-Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz ist.

142 von bundesweit 612 Märkten der Osnabrücker Drogeriekette sollen kurz nach Ostern dicht machen. Unabhängig vom Mutterkonzern Schlecker werde nach einem Investor gesucht. Ziel sei ein rascher Verkauf. Ihr Platz hatte kurz nach Schlecker aus dem schwäbischen Ehingen Ende Januar Insolvenz angemeldet – weil die Kette sehr abhängig von Schlecker ist.

Ihr Platz sei „ein im Kern gesundes Unternehmen mit guten Lagen und positivem Image“, sagte Schneider. Doch der Stellenabbau sei unvermeidlich. Er strebe einen Interessensausgleich mit den Beschäftigten an. Ihr Platz hatte bereits 2005 Insolvenz angemeldet und wurde Ende 2007 von Schlecker übernommen.

Auffanggesellschaft für Schlecker-Mitarbeiterinnen

Für die etwa 12.000 von der Entlassung bedrohten Beschäftigten der Drogeriekette Schlecker soll es eine Auffanggesellschaft geben. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Gewerkschaft Ver.di, die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Insolvenzverwalter seien darüber im Gespräch, teilte ein Ministeriumssprecher mit.

Es gebe die „gemeinsame Bereitschaft, zügig eine Transfergesellschaft einzurichten “. Bis Ende nächster Woche solle klar sein, ob dies möglich sei. Die von der Arbeitslosigkeit bedrohten Schlecker-Beschäftigten bekämen dann ein Jahr lang Transfer-Kurzarbeitergeld. Dies ist genauso hoch wie das Arbeitslosengeld und beträgt für Arbeitnehmer mit Kindern 67 Prozent und für andere 60 Prozent des letzten Nettogehalts.

Transfergesellschaften sind ein klassisches Instrument, wenn große Betriebe pleitegehen oder Massenentlassungen anstehen. Sie sollen die von der Arbeitslosigkeit Bedrohten durch Qualifizierungen und andere Hilfen unterstützen, binnen eines Jahres einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Finanziert werden sie aus den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung.