Tarifstreit

Streik könnte den Flughafen Frankfurt lahmlegen

Der Verkehr an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main könnte am Donnerstag komplett zum Erliegen kommen. Grund: Rund 200 Beschäftige, die als Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen oder Flugzeug-Einweiser arbeiten, wollen streiken und die sind nicht ohneweiters von anderen Mitarbeitern zu ersetzen.

Foto: dpa

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main droht am Donnerstag der Stillstand. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) rief die Beschäftigten des Vorfelds zum Streik auf, nachdem der Flughafenbetreiber Fraport eine Frist zur Annahme der Schlichtungsempfehlung verstreichen ließ.

Wegen eines Streiks müssen sich Reisende am Frankfurter Flughafen am Donnerstag auf Behinderungen einstellen. Knapp 200 Mitarbeiter der Verkehrsaufsicht und der Kontrolle des Vorfelds sind von 15.00 bis 22.00 Uhr zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, wie die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) am Mittwoch in Berlin ankündigte. Die Streikenden könnten nicht ohne weiteres durch andere Mitarbeiter ersetzt werden.

Hintergrund ist der Tarifkonflikt um die 200 Beschäftigten, die als Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen oder Flugzeug-Einweiser arbeiten. Sie wollen ein deutliche höheres Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen. Der Flughafenbetreiber Fraport hatte einen Schlichterspruch abgelehnt. Die Gewerkschaft reagiert darauf nun mit dem Streik. Am Nachmittag (15.30 Uhr) wollte Fraport dazu auf einer Pressekonferenz in Frankfurt Stellung nehmen.

Nach Angaben der GdF könnte die Arbeitsniederlegung den Flugverkehr am wichtigsten deutschen Drehkreuz zum Erliegen bringen. „Wir gehen davon aus, dass wir die Fraport in massive Schwierigkeiten bringen werden“, sagte Bundesvorstandsmitglied Markus Siebers am Mittwoch in Berlin. Es sei denkbar, „dass kein Flieger mehr an seine Position kommen wird“.

Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich in den Tarifverhandlungen für rund 200 Beschäftigte in der Verkehrszentrale, der Vorfeldkontrolle und der Vorfeldaufsicht nicht einigen können. In der von Fraport angerufenen Schlichtung schlug der frühere Hamburger Bürgermeister Ole von Beust als Vermittler einen Kompromiss vor. Die GdF nahm die Empfehlung an, Fraport lehnte sie ab.