Firmenverkauf

Metro hat noch Zeit, denn Kaufhof verdient Geld

Die Entscheidung von Deutschlands größtem Handelskonzern, Kaufhof doch noch nicht zu veräußern, ist eine gute. Das Risiko ist zu hoch.

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Damit hatten sie wohl selbst bei der Metro nicht gerechnet: Deutschlands größter Handelskonzern legt den lange angekündigten Verkauf der Warenhauskette Kaufhof auf Eis – was an der Börse üblicherweise als Versagen des Managements mit einem Kurssturz abgestraft wird. Doch der Metrokurs stieg!

So irrational die Börse auch manchmal sein mag – in diesem Fall liegt sie genau richtig. Denn die Entscheidung, Kaufhof doch noch nicht jetzt zu veräußern, ist eine gute. Tatsächlich sind dies keine guten Zeiten für große Firmenverkäufe.

Es geht hier nicht um einen Notverkauf

Finanzmarktexperte Olaf Koch – seit noch nicht einmal drei Wochen Chef der Metro – wäre ein zu großes Risiko eingegangen, wenn er den Kaufhof jetzt für rund zwei Milliarden Euro verkauft hätte. Denn die beiden ernst zu nehmenden Angebote von Benko und Berggruen waren wohl nicht so wasserdicht finanziert, wie die Bieter Glauben machen wollten.

Beim Ausstieg auch nur einer kreditgebenden Bank hätte der Verkauf zum Desaster werden können – und Kochs Start als Konzernchef mit Verantwortung für Tausende Jobs mit. Zudem geht es hier nicht um einen Notverkauf: Metro hat Zeit, denn Kaufhof verdient Geld.

Die Verschiebung dürfte Metros verschuldeten Großaktionär Haniel schmerzen. Der hätte den Erlös gut für die Tilgung gebrauchen können. Offiziell soll Kaufhof später verkauft werden. Aber niemand weiß, ob das so bleibt. Denn Haniel steht vor einem Chefwechsel. Und so etwas ändert vieles.