Arbeitsmarkt

Deutschland erlebt ein historisches Jobwunder

Jahrelange Lohnzurückhaltung und ein flexibler Arbeitsmarkt bescheren uns wovon andere Länder nur träumen können: die niedrigste Arbeitslosenzahl seit 20 Jahren.

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Der deutsche Arbeitsmarkt ist so etwas wie eine Insel der Seligen in Europa. Während andere Länder, schwer von der Schuldenkrise gebeutelt, eine horrende Arbeitslosigkeit verkraften müssen, ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland 2011 auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken .

Der Arbeitsmarkterfolg ist nicht vom Himmel gefallen: Dank Zeitarbeit, befristeter Beschäftigung und Arbeitszeitkonten sind die Unternehmen flexibler geworden und können ihr Personal der Auftragslage leichter anpassen. Die Hürden für Einstellungen sind dadurch gesunken.

Arbeitskräfte werden knapp. die Löhne steigen

Jahrelange Lohnzurückhaltung hat ihre Wettbewerbsposition zudem verbessert. Für Arbeitnehmer bedeutet mehr Flexibilität freilich auch mehr Unsicherheit und Lohnzurückhaltung bringt ihnen stagnierende Realeinkommen. Und es stimmt auch, dass gut bezahlte Vollzeitstellen in der Industrie wegfallen, und dafür im Dienstleistungssektor schlechter bezahlte Teilzeitstellen entstehen.

Doch mit dem Ende der Massenarbeitslosigkeit – fünf Millionen Arbeitslose wie noch vor ein paar Jahren wird es soll bald nicht wieder geben – profitieren die Arbeitnehmer nun auch von einer höheren Jobsicherheit. Das Jobwunder zahlt sich auch in Euro und Cent aus: Denn wenn die Arbeitskräfte knapp werden, werden die Löhne steigen.