Wirtschaftslage

Kann sich Deutschland von der Euro-Krise abkoppeln?

Hierzulande verursachen die Probleme in der Euro-Zone kaum Verunsicherung, die deutsche Wirtschaft ist jedenfalls zuversichtlich. Aber es gibt einen Haken.

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Gut sind die Nachrichten, die dieser Tage aus den deutschen Unternehmen kommen . Die Auftragsbücher sind so voll, dass die Betriebe bis weit ins nächste Jahr gut zu tun haben.

Hierzulande drängt sich deshalb der Eindruck auf, dass es uns wenig berührt, wenn die Euro-Zone an ihren Widersprüchen zu zerbrechen droht und die Wirtschaft in anderen Teilen der Währungsunion in die Rezession rutscht.

Deutschland – so das Gefühl – ist derzeit nicht nur eine Insel der Seligen, sondern der Fleißigen . Und beides scheint untrennbar miteinander verwoben. Die Sache hat nur einen Haken: Schon einmal, vor dem Konjunktureinbruch im Krisenjahr 2009, waren die hiesigen Unternehmer voller Zuversicht.

Vorsicht ist angebracht

Als dann Ende 2008 die Finanzkrise zuschlug, als die Nachfrage weltweit jäh einbrach, fiel Deutschlands Wirtschaftsleistung um fünf Prozent. Dass es danach so schnell wieder bergauf ging, hat einerseits viel mit der neuen deutschen Wettbewerbskraft zu tun.

Andererseits aber verdanken wir unseren Aufschwung dem Aufstieg der Schwellenländer mit ihrer starken Nachfrage.

Nur ist derzeit in vielen Staaten die Stimmung mies. In China flaut das Wachstum ab. Andere Länder in Lateinamerika und Asien fürchten die Euro-Krise, weil Europa für sie ein wichtiger Absatzmarkt ist. Und die USA, immer noch die Wirtschaftsmacht der Welt, kommen nicht in Schwung.

In diesem schlechten Umfeld ist Vorsicht angebracht . Erst wenn Europa seine Lage im Griff hat, kann man sicher sein, dass das Licht am Ende des Tunnels nicht der entgegenkommende Zug ist.