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Die Unternehmer sollten nicht zu optimistisch sein

Mag die deutsche Wirtschaft auch zuverlässig schnurren, den europäischen Problemen kann sie nicht davon fahren. Die Konjunktur wird nicht so rosig bleiben.

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Die Stimmung in den deutschen Unternehmen ist weit besser als von Ökonomen erwartet; das ist das positive Ergebnis der jüngsten Ifo-Umfrage . Die Manager sind zurecht selbstbewusst: Den Firmen geht es nach einem zehn Quartale währenden Aufschwung gut, sie sind international hoch wettbewerbsfähig und stellen Produkte her, die weltweit gefragt sind.

Die immer noch vollen Auftragsbücher zeugen von der guten Gesundheit der hiesigen Volkswirtschaft. Allerdings: Das Bewusstsein eigener Stärke sollte nicht zu blindem Optimismus verführen. Denn mag die deutsche Wirtschaft auch zuverlässig schnurren wie ein Mercedes, den Problemen der europäischen Nachbarn kann sie nicht davon fahren. Wenn in Europa große Volkswirtschaften schrumpfen, werden darunter auch die hiesigen Unternehmen leiden.

Bisher federn ausgabefreudige Verbraucher und private Hausbauer die sinkende Nachfrage aus dem Ausland ab. Sie sorgen bereits in diesen Monaten dafür, dass die deutsche Wirtschaft nicht in eine tiefe Rezession rutscht.

Optimistische Ökonomen erwarten, dass die vom starken Arbeitsmarkt und von steigenden Löhnen getriebene Binnennachfrage die Exportschwäche überkompensieren könnte. Es wäre schön, wenn sie Recht behielten. Einzig: Im Moment sieht es nicht so aus; dazu ist der Nachfragerückgang im Ausland zu stark.

Firmenlenker tun daher gut daran, auf das Beste zu hoffen, sich aber gleichzeitig auf mögliche schlechtere Zeiten vorzubereiten. Einige Firmen beginnen bereits, Vorräte abzubauen und vorsichtiger zu bestellen. Sie tun gut daran.