Verbraucherpreise

Inflationsrate in Euro-Zone im November bei 3 Prozent

Die Preise im Euro-Raum steigen um drei Prozent. Damit erreicht die EZB nicht ihre Zielvorgaben. Die schleichende Enteignung der Bürger schreitet fort.

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Die Inflation in der Euro-Zone verharrt auf hohem Niveau. Waren und Dienstleistungen kosteten im November im Schnitt 3,0 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch nach vorläufigen Berechnungen in Brüssel mitteilte.

Damit liegt die Inflation deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese sieht stabile Preise bei einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Sie hofft jedoch, dass der Preisdruck in den nächsten Monaten nachlassen wird. Der französische Notenbankchef Christian Noyer rechnet damit, dass die Inflation bald auf ein Niveau sinken wird, das mit der von der EZB angepeilten Stabilitätsmarke vereinbar ist.

Weitere Zinssenkung möglich

Bei der EZB-Ratssitzung am Donnerstag nächster Woche könnte die EZB daher nach Einschätzung mancher Fachleute eine weitere Zinssenkung wagen und den Schlüsselzins auf 1,0 von derzeit 1,25 Prozent kappen. Damit würde auch die Wirtschaft neue Impulse erhalten, die in Zeiten der Euro-Krise lahmt. Damit riskiert die Notenbank jedoch eine weiterhin hohe Inflation.

Die steigende Inflation wird aber von Politik unterschätzt. So fordert der belgische Finanzminister Didier Reynders "größere Aktionen" der EZB und eine "maximale Stärkung" des Euro-Rettungsschirms durch die Notenbank. Dabei finanziert die EZB schon jetzt Anleihenkäufe mit der Notenpresse .

Anleihekäufe durch die EZB eine "Todsünde"

Die deutsche Bundesregierung lehnt das bislang ab und der Chef der Wirtschaftsweisen Wolfgang Franz nennt die Anleihenkäufe eine "Todsünde". Er sprach sich kategorisch gegen unbegrenzte Staatsanleihekäufe der EZB aus. Der "Rheinischen Post" sagte er, "Die Finanzierung von Staatsschulden durch eine Zentralbank gehört nach aller historischen Erfahrung zu den Todsünden einer Notenbank."

Die EZB setze damit ihre Unabhängigkeit aufs Spiel und riskiere eine Inflation. Zugleich bekräftigte Franz seine ablehnende Haltung zu gemeinsamen Staatsanleihen aller oder nur einer Gruppe von Euro-Staaten.