Bonitätsprüfung

Ratingagentur Moody's stuft zehn Landesbanken ab

Die Ratingagentur Moody's hat die Bewertung der Kreditwürdigkeit von zehn öffentlichen Banken in Deutschland gesenkt. Die Agentur korrigierte ihre Einschätzungen jeweils um bis zu drei Stufen nach unten. Grund für die Herabstufung seien jedoch nicht die aktuellen Schulden und die Finanzkrise.

Den meisten deutschen Landesbanken weht von Seiten der Ratingagentur Moody's rauerer Wind entgegen. Die Agentur senkte am Mittwochabend ihre Bewertung der Bonität einiger Häuser um teils bis zu drei Stufen.

Betroffen sind alle Landesbanken bis auf die Landesbank Berlin (LBB), deren Bewertung nicht geändert wurde, und die Westdeutsche Landesbank (WestLB), die Moody's noch einmal genau unter die Lupe nehmen möchte.

Um gleich drei Stufen senkte Moody's die Ratings für die Kreditwürdigkeit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der Bayerischen Landesbank (BayernLB), der Bremer Landesbank, der Norddeutschen Landesbank (NordLB) sowie ihrer Töchter Norddeutsche Landesbank Luxembourg und Deutsche Hypo. Zwei Stufen ging es für die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) nach unten.

Es sei inzwischen weniger wahrscheinlich, dass der Staat die größtenteils noch im Besitz der Länder oder öffentlichen Einrichtungen befindenden Häuser stützen wird. Der Grund dafür seien die neuen Regeln zur Abwicklung von Banken in Deutschland, denen zufolge auch Eigentümer von Anleihen stärker an möglichen Verlusten beteiligt werden sollen. Die Neubewertung der Landesbank-Anleihen stehe in keinem Zusammenhang mit der aktuellen Schuldenkrise in der Eurozone, begründete die US-Agentur ihre Meinung.

Schlechtere Noten seitens der Ratingagenturen bedeuten im Normalfall höhere Refinanzierungskosten für Banken. Da aber die Eigentümerstrukturen bei Landesbanken höchst unterschiedlich sind und damit auch die Refinanzierung muss dies hier nicht unbedingt gelten.

Das Modell der Landesbanken, die meistens im Eigentum der Länder und der jeweiligen Sparkassen sind, steht seit Jahren unter anderem wegen des hohen Einflusses der Politik in der Kritik von Experten und den Ratingagenturen. Seit dem Wegfall der so genannten Gewährträgerhaftung, die den Landesbanken eine Absicherung der Kredite über den Staat garantierte im Jahr 2005 steht der gesamte Sektor unter Druck.

Dazu kamen wie bei der BayernLB und der WestLB eine Reihe von hausgemachten Problemen, so dass viele Landesbanken in der Finanzkrise 2008 mit staatlichen Geld gerettet werden mussten. Die EU-Kommission hatte im Gegenzug strenge Auflagen erlassen.

Die Ratingagentur Fitch bewertete unterdessen die Aussichten für führende US-Banken als schlecht. Sollte die Schuldenkrise in Europa sich weiter ausdehnen, könne dies auch Auswirkungen auf die Geldinstitute in den USA haben, erklärte Fitch. „US-Banken könnten stark betroffen sein, wenn die Krise sich über die unter Druck stehenden europäischen Märkte“ in Griechenland, Irland, Portugal und Spanien ausbreite.

Zwar hätten die US-Banken sich zuletzt von vielen Anleihen der Krisenstaaten getrennt, doch seien sie noch immer verwundbar – auch durch ihre Beziehungen zu europäischen Banken. Als Risiko bewertete Fitch dabei vor allem französische Banken, die eine große Zahl von Anleihen aus Krisenstaaten halten.