Ifo-Umfrage

Das Misstrauen in die Wirtschaft wächst weltweit

Das Weltwirtschaftsklima trübt sich kräftig ein. Nach einer Umfrage des Ifo-Instituts zweifeln die Menschen an einer Lösung für die Krise.

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Im Sog der Schuldenkrise gerät die Weltwirtschaft in schweres Fahrwasser: Das Weltwirtschaftsklima trübte sich kräftig ein und liegt nun deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt. Das vierteljährlich erhobene Barometer fiel im vierten Quartal auf 78,7 Zähler von 97,7 Punkten, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) zu seiner Experten-Umfrage in 119 Ländern mitteilte.

„Die Ergebnisse belegen die schwierige Situation der Weltwirtschaft“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. In Westeuropa hat sich das Wirtschaftsklima demnach weiter verschlechtert. „Und zwar überwiegend aufgrund der merklich negativeren Aussichten“, sagte Sinn.

In Nordamerika trübte sich die Stimmung zwar auch ein, doch herrscht dort noch mehr Optimismus vor: Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate wurden zwar weniger zuversichtlich als noch im dritten Quartal beurteilt, doch blieben sie im positiven Bereich.

Weltweit wurde „fehlendes Vertrauen in die Wirtschaftspolitik des eigenen Landes“ als das derzeit wichtigste wirtschaftliche Problem angesehen. An zweiter und dritter Stelle der Problemliste folgen „öffentliche Haushaltsdefizite“ und „Arbeitslosigkeit“. Das Inflationsproblem dagegen ist weltweit in den Hintergrund gerückt und fiel auf der Rangliste von der zweiten auf die sechste Stelle.

Die Experten halten den Euro und auch den japanischen Yen für überbewertet. Im weltweiten Durchschnitt wird mit einem weitgehend stabilen Wechselkurs des US-Dollar im Laufe der nächsten sechs Monate gerechnet.

Die Inflation hingegen werde weniger bedrohlich wahrgenommen. Sie sei in der Problemliste vom zweiten auf den sechsten Platz gerutscht. Das Ifo-Institut erwartet in diesem Jahr eine Inflation von weltweit durchschnittlich 4,0 Prozent.