Marseille-Kliniken

Chef Middelhoff weist Bilanzfehler zurück

Wegen unsauberer Bilanzführung gerieten die Marseille-Kliniken in die Schlagzeilen. Aufsichtsratschef Middelhoff weist alle Vorwürfe zurück.

Foto: picture alliance / dpa

Der börsennotierte Pflegeheimbetreiber Marseille-Kliniken wehrt sich gegen den Vorwurf unsauberer Bilanzführung. „Wir haben jeden einzelnen Punkt prüfen lassen, bis in die Bereiche hinein, wo es um ein paar tausend Euro geht. Die unabhängigen Prüfer haben nichts beanstandet“, sagte Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff der „Morgenpost Online“.

Dabei ging es offenbar sowohl um Geschäftsbeziehungen zwischen der Marseille Kliniken AG und Hauptaktionär Ulrich Marseille sowie dessen Frau, als auch um solche zwischen Marseille Kliniken und Firmen von Hans-Hermann Tiedje, dem stellvertretenden Aufsichtsratschef des Pflegeheimbetreibers.

Das Unternehmen war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, nachdem es vor wenigen Wochen seinem Finanzvorstand Thomas Klaue fristlos kündigte und dem Vorstandschef Stefan Herzberg abmahnte. Herzberg verließ daraufhin von sich aus das Unternehmen – nach nur wenigen Wochen im Amt.

„Die beiden Herren hatten sich unter anderem mit Fragen der guten Unternehmensführung befasst, zunächst ohne den Aufsichtsrat darüber zu informieren oder ihn bei entscheidenden Fragestellungen ausreichend einzubeziehen. Hätten Herr Herzberg und Herr Klaue uns früher einbezogen, hätte man negative Auswirkungen auf das Unternehmen vermeiden können“, sagte Middelhoff.

Gute Aussichten für die Klinik-Kette

Die Abmahnungen hätten erteilt werden müssen, „weil der Aufsichtsrat in die Nachforschungen der beiden Herren nicht einbezogen war.“ Von Herzberg sei er zudem „menschlich unglaublich enttäuscht“, sagte der frühere Arcandor-Chef Middelhoff, der Herzberg dort schon als Chef von Karstadt beschäftigt hatte.

Dass der umstrittene Firmengründer Ulrich Marseille zuvor noch einmal auf den Chefsessel zurückgekehrt war, sieht Middelhoff als Segen für das Unternehmen: „Er hat es innerhalb weniger Monate geschafft, das operative Ergebnis wieder in die Gewinnzone zu bringen. Aus Sicht der Mitarbeiter und der Aktionäre kann ich nur sagen: Chapeau! Einen besseren Manager für diese Aufgabe hätte das Unternehmen nicht finden können.“

Wirtschaftlich gehe es bei Marseille bergauf: „Das Unternehmen steht wieder auf stabilem Grund und entwickelt sich erfreulich. Die Entwicklung des Aktienkurses spricht auch ihre eigene Sprache. Von Krise keine Spur! Unser nächstes Ziel ist jetzt, Kontinuität in der Führung und einen Spitzenwert in der Rendite zu erreichen“, erklärte der Chefkontrolleur. Er selber halte allerdings keine Marseille-Aktien, so Middelhoff.

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Morgenpost Online.