Treffen mit Dax-Konzernen

Schröder will Frauenquote in Firmen kontrollieren

Familienministerin Schröder dringt bei führenden Unternehmen auf eine Frauenquote. Die Einhaltung der Quoten soll kontrolliert werden.

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Eine Woche vor ihrem Treffen mit den Vorständen der 30 DAX-Konzerne erhöht Familienministerin Kristina Schröder beim Thema Frauenquote den Druck auf die Unternehmen.

Sie erwarte, „dass jeder Konzern für sich eigene Zielmarken für die Führungspositionen im gesamten Betrieb vorlegt“, sagte die CDU-Politikerin „Bild am Sonntag“ . Im Nachrichtenmagazin „Focus“ forderte sie flexiblere Arbeitszeiten in Unternehmen und mehr praktische Unterstützung für berufstätige Eltern.

Die Einhaltung der Quoten werde kontrolliert, sagte Schröder, die sich am 17. Oktober mit den Vorständen der DAX-Konzerne treffen will. Das sei verbindlicher als alles, was in den vergangenen zehn Jahren passiert sei.

Eine einheitliche Frauenquote lehnte die Ministerin erneut ab. Sie wolle „keine starre Quote, die vom Stahlwerk bis zum Medienkonzern gleich ist“, sagte Schröder. Die 30 DAX-Unternehmen müssten sich selbst eine Quote für Vorstand und Aufsichtsrat geben, „zu deren Einhaltung sie dann auch gesetzlich verpflichtet sind“.

Über die Einführung einer Frauenquote in den Chefetagen wird schon seit langem gestritten. Die Unternehmen stehen einer gesetzlichen Regelung meist ablehnend gegenüber. So erklärte Daimler-Chef Dieter Zetsche bereits, derartige Pläne seien „schlicht nicht realisierbar“.

„Unverschämtheit gegenüber den Familien“

Schröder sagte, im Vergleich zu Vollzeitmitarbeitern seien Teilzeitkräfte pro Stunde effizienter. „Wer pünktlich gehen muss, arbeitet nämlich Dinge auf den Punkt ab, meinte die Ministerin, die selbst vor drei Monaten Mutter wurde. Sie kritisierte, dass auf die Doppelbelastung der Mütter immer noch zu wenig Rücksicht genommen werde. “Und Väter, die sich intensiv um ihre Kinder kümmern, bekommen oft den Looser-Stempel aufgedrückt.

Schröder forderte eine Abkehr von “Präsenzritualen„ in Unternehmen. Männliche Chefs sollten mit gutem Beispiel vorangehen, Deutschland solle sich am Vorbild skandinavischer Länder orientieren. Harsche Kritik äußerte Schröder an “Leuten, die eine Krippenbetreuung als prinzipiell besser darstellen als eine Betreuung zu Hause. Ich finde, das ist eine Unverschämtheit gegenüber den Familien.