Länder-Konzept

Spielhallen dürfen nicht mehr als 12 Automaten haben

In deutschen Spielhallen könnten bald rund 100.000 Automaten weniger stehen. Auch den Begriff "Casino" wollen die Bundesländer verbieten.

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Die Bundesländer wollen einem Pressebericht zufolge die Zahl der Spielhallen deutlich reduzieren. Die Ministerpräsidenten wollten bei einem Treffen kommende Woche in Lübeck strenge Auflagen beschließen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. So sollten neue Vergnügungsstätten mit mehr als zwölf Automaten nicht mehr erlaubt werden.

Bereits bestehende Hallen mit mehreren Dutzend Geräten müssen nach einer Übergangszeit von fünf Jahren verkleinert oder geschlossen werden. Das Blatt schrieb, außerdem müssten die Spielhallen, die teilweise rund um die Uhr geöffnet haben, künftig drei Stunden pro Tag schließen. Die Werbung müsse reduziert werden, der Begriff „Casino“ für Spielstätten werde verboten. Auch für die fast 90.000 Geräte in etwa 50.000 Gaststätten seien Einschränkungen vorgesehen. Branchenexperten schätzen der Zeitung zufolge, dass 100.000 der 150.000 Automaten in den derzeit 12.300 Spielhallen verschwinden.

Begründet werde der Vorstoß mit Zahlen zur Spielsucht, schrieb das Blatt. Nach Angaben der Universität Hamburg kassierten die Spielhallen 56 Prozent ihrer Erlöse von Kunden, die den Automaten verfallen seien. 40 Prozent der Automatenspieler hätten Schulden von bis zu 10.000 Euro angehäuft. Weitere 40 Prozent hätten noch weit höhere Beträge verspielt.

Der Leiter des Spielautomatenunternehmens Gauselmann, Paul Gauselmann, warf den Ländern vor, sie wollten sich nur Konkurrenz vom Hals halten. Die Länder betrieben selbst Spielbanken und andere Glücksspiele und verdienten daran mehrere Milliarden Euro im Jahr, sagte er der Zeitung. Weniger als ein Prozent der Kunden seien süchtig.

Gerade mal drei bis vier Prozent der Erlöse stammten von pathologischen Spielern. Ein Automaten-Verbot werde nur dazu führen, dass noch mehr Leute im Internet spielten. Gauselmann kündigte eine „Prozessflut“ an.