Der Arbeitsmarkt erweist sich einmal mehr als Fels in der Brandung. Unbeeindruckt vom Kurssturz des Euro und der Schuldenkrise im Süden Europas ging die Arbeitslosigkeit in Deutschland auch im Mai kräftig zurück. Ein Jahr nach der größten Wirtschaftskrise, die die Welt seit 80 Jahren erschüttert hat, liegt die Arbeitslosenzahl bei 3,2 Millionen und damit um 200.000 unter dem Vorjahresniveau.

Auch in der Krise hat sich der Strukturwandel am Arbeitsmarkt fortgesetzt: Industriearbeitsplätze werden abgebaut, neue Jobs im Dienstleistungsbereich entstehen, die Vollzeitstellen gehen zurück und die Teilzeitbeschäftigung ist auf dem Vormarsch. Offenbar ist der deutsche Arbeitsmarkt mitterweile flexibel genug, diesen Struktuwandel zu bewältigen.

Nachdem nun das Schlimmste am Arbeitsmarkt überstanden ist, muss die Politik sich den Zukunftsfragen zuwenden. Wie kann es gelingen, Problemgruppen wie Arbeitskräfte ohne Berufsabschuss und Langzeitarbeitslose in Lohn und Brot zu bringen? Und wie kann es gelingen, in einer schrumpfenden und älter werdenden Gesellschaft den Fachkräftebedarf dauerhaft zu decken?

Es ist jetzt an der Zeit, diese Probleme mit Nachdruck anzugehen. Sonst droht ein Fachkräftemangel, der unsere Wirtschaft ausbremst – bei gleichzeitig anhaltend hoher Arbeitslosigkeit von Geringqualifizierten. Beides kann sich dieses Land nicht leisten.