Bewerbermangel

Wirtschaft kann 60.000 Lehrstellen nicht besetzen

Demografischer Wandel, schulmüde Jugendliche – aus vielen Gründen können immer weniger Lehrstellen besetzt werden. Es fehlen massenhaft Azubis.

Foto: picture-alliance / Andreas Geber / picture-alliance / Andreas Geber/dpa

Die Wirtschaft kann nach Informationen des Onlineportals "Bild.de" in diesem Jahr aus Mangel an Bewerbern voraussichtlich über 60.000 Lehrstellen nicht besetzen. Dabei hätten die Betriebe Ende Juli bereits deutlich mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen als vor einem Jahr.

Dem Bericht zufolge hatten die Industrie- und Handelskammern (IHK) Ende Juli 242.315 neue Ausbildungsverträge registriert. Das waren 6,4 Prozent mehr als Ende Juli 2010. Das deutsche Handwerk verzeichnete laut "Bild.de" bis Ende Juli 85.499 Ausbildungsverträge. Das entsprach einem Plus von 4,7 Prozent gegenüber Ende Juli 2010.

Die Zahl der Bewerber ging nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) um drei Prozent zurück . Im Bereich der IHK bleiben in diesem Jahr laut DIHK mehr als 50.000 Lehrstellen unbesetzt. Der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) rechnet für seine Betriebe mit rund 10.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen. Laut ZDH gibt es derzeit noch etwa 20.000 freie Lehrstellen.

Der ZDH fordert unterdessen, die Warteschleifen von Jugendlichen beim Übergang in die berufliche Ausbildung zu reduzieren. Im Hinblick auf die gestiegene Zahl von Ausbildungsverträgen in 2011 sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler der "Passauer Neuen Presse": "Nur eine praxisnahe Berufsvorbereitung kann schulmüde Jugendliche erfolgreich an eine duale Ausbildung heranführen."

Jugendliche mit Defiziten brauchten eine Chance, um sich beweisen zu können – "ohne Erwartungs- oder Prüfungsdruck" . Die betriebliche Berufsvorbereitung verschaffe den Jugendlichen Erfahrungen in der Praxis und gebe ihnen Einblick in die Ausbildungsanforderungen.