Der mit einer schweren Schuldenkrise kämpfenden Euro-Zone macht nun auch eine Konjunkturflaute zu schaffen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal um 0,2 Prozent zum ersten Vierteljahr, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Experten hatten mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung mit 0,8 Prozent noch viermal so stark gestiegen.

Hauptgrund für die merkliche Abkühlung ist die Schwäche der beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich. Während die deutsche Wirtschaft nur noch ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent schaffte , gab es im Nachbarland sogar eine Stagnation.

Auch in anderen führenden Industriestaaten hat sich die Konjunktur abgeschwächt. Die weltgrößte Volkswirtschaft USA schaffte ein Plus von rund 0,3 Prozent, während die unter den Folgen des Jahrhundert-Bebens leidende japanische Wirtschaft sogar um 0,3 Prozent schrumpfte.

Wegen der schlappen Wirtschaft gehen viele Experten davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins in diesem Jahr nicht weiter anhebt. Teureres Geld dämpft Konsum und Investitionen. Binnen Jahresfrist legte die Wirtschaftsleistung in der Währungsunion um 1,7 Prozent zu. Zu Jahresbeginn waren es noch 2,5 Prozent.

dpa/tat