Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal nur noch leicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von April bis Juni gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Der Anstieg fiel schwächer als erwartet aus.

Nach dem schwungvollen Jahresauftakt habe sich die Dynamik der deutschen Wirtschaft deutlich abgekühlt, erklärten die Statistiker. Im ersten Vierteljahr hatte das BIP um 1,3 Prozent zugelegt. Das Ergebnis für das erste Quartal wurde damit von 1,5 Prozent nach unten korrigiert.

Im Vorjahresvergleich legte die Wirtschaft dagegen um 2,8 Prozent zu. Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung um 4,7 Prozent gestiegen.

Wie die Statistiker weiter mitteilten, kamen positive Impulse im Vorquartalsvergleich von den Exporten und den Investitionen. Die Importe seien im zweiten Quartal allerdings kräftiger als die Exporte gestiegen. Dies habe dazu geführt, dass sich der Außenbeitrag insgesamt negativ auf die Wirtschaftsentwicklung auswirkte. Auch die privaten Konsumausgaben und die Bauinvestitionen hätten die deutsche Wirtschaft im zweiten Vierteljahr 2011 gebremst.

Neben der Erstberechnung des zweiten Quartals seien auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse überarbeitet worden, teilte die Behörde weiter mit. Danach stieg das BIP 2010 um 3,6 Prozent, nachdem bisher ein Anstieg von 3,5 Prozent angegeben worden war.

Auch in anderen führenden Industriestaaten hatte sich das Wachstum im Frühjahr merklich abgekühlt. Die weltgrößte Volkswirtschaft USA schaffte ein Plus von rund 0,3 Prozent, während die japanische Wirtschaft sogar um 0,3 Prozent schrumpfte. In Frankreich – dem wichtigsten deutschen Handelspartner – stagnierte die Wirtschaft.

dpad/Reuters/cb