Börsen und Märkte

Dax startet stark – Asiens Börsen im Minus

Die Märkte scheinen sich zu erholen: Der Dax startet stark, Europas Börsen sind im Plus und die Märkte in Asien bleiben stabil.

Die deutschen Aktienindizes sind am Donnerstag recht kräftig gestartet: Der Dax legte am Morgen 2,13 Prozent auf 5733 Punkte zu. Der deutsche Leitindex hatte im Zuge der weltweiten Kurseinbrüche wegen der Schuldenkrisen in Europa und den USA am Mittwoch den elften Handelstage in Folge im Minus geschlossen und in der Spitze insgesamt fast 25 Prozent an Wert verloren. Der MDax gewann zuletzt 1,74 Prozent auf 8681 Punkte, der TecDax stieg um 2,51 Prozent auf 708 Punkte. Am Morgen gilt es auch eine erneute Zahlenflut vor allem aus dem MDax und TecDax zu verarbeiten, bevor am Nachmittag die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sowie die Handelsbilanz der USA für Aufmerksamkeit sorgen dürften. Im Dax legte K+S seine Quartalszahlen vor, die vom Verkauf der Sparte Compo geprägt sind und von Händlern in ihren ersten Einschätzungen unterschiedlich bewertet wurden. Die Aktien des Düngemittel- und Salzproduzenten rutschten am Dax-Ende als einziger Verlierer um 4,36 Prozent ab. Indexspitzenreiter waren Heidelbergcement mit plus 6,85 Prozent.

Auch an anderen Finanzplätzen Europas waren jedenfalls zum Start Zeichen der Erholung erkennbar. Der Index FTSE-100 an der Londoner Börse legte zum Start in den Handel um mehr als zwei Prozent zu. Die Pariser Börse öffnete sogar mit einem Plus von drei Prozent. Dabei waren die Papiere der Großbank Société Générale zunächst vom Handel ausgeschlossen. Nach der Wiederaufnahme der Papiere sprang deren Kurs um 8,9 Prozent nach oben auf 24,16 Euro. Am Mittwoch hatten die Aktien der Bank eine enorme Talfahrt hingelegt: Nachdem Gerüchte aufgekommen waren, dass Frankreich die höchste Bonitätsnote „AAA“ verlieren könnte und die Bank in finanziellen Schwierigkeiten sei, war der Kurs der Société Générale zwischenzeitlich um mehr 20 Prozent abgestürzt. Der Leitindex Ibex-35 am Börsenplatz in Madrid sprang am Donnerstagmorgen um drei Prozent nach oben. Der Handel an der Mailänder Börse begann mit einem Plus von 2,6 Prozent.

An den asiatischen Aktienmärkten blieb die Lage nach den teils massiven Verlusten in Europa und an der Wall Street ruhig. An den meisten Märkten gingen die Aktien zwar nach unten, doch die zu Handelsbeginn teils deutlichen Verluste konnten eingedämmt werden. Der japanische Leitindex Nikkei 225 beendete den Handel mit einem leichten Minus von 0,63 Prozent, nachdem er zu Beginn noch mehr als 2,3 Prozent gefallen war. Der die wichtigsten asiatischen Märkte umfassende MSCI Asia Apex 50 fiel bis 8.00 Uhr um 0,26 Prozent auf 759,47 Punkte – einige Börsen wie die in Seoul und Shanghai lagen dabei sogar im Plus.

Händler führten die vergleichsweise geringen Verluste an den asiatischen Märkten zum Teil darauf zurück, dass das Minus in Europa und den Vereinigten Staaten nach den Gerüchten über eine mögliche Abstufung Frankreichs und den möglichen Problemen bei Banken in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone übertrieben gewesen seien. „Zudem legen die meisten Unternehmen weiter gute Zahlen vor, so dass von dieser Seite Unterstützung kommt“, sagte ein Händler in Tokio. Sorgen bereite jedoch weiter der anhaltende Yen-Höhenflug, der die ohnehin angeschlagene japanische Wirtschaft belastet.

Der Dollar rutschte am Donnerstag wieder in Richtung 76 Yen und näherte sich damit historischen Tiefstständen. Viele Experten gehen davon aus, dass die japanische Regierung deshalb bald wieder am Devisenmarkt eingreifen wird. Zuletzt hatte sie das vergangene Woche getan – der Effekt verpuffte allerdings unter anderem wegen der Abstufung der Vereinigten Staaten durch S&P wieder rasch. Die Flucht aus dem Dollar und dem Euro sowie die fallenden Aktienkursen sorgten in der Nacht zum Donnerstag für ein neues Rekordhoch beim Gold. Der Goldpreis stieg dabei erstmals über 1800 Dollar, fiel aber in der Folge wieder leicht zurück.

In Tokio, der wichtigsten Börse in Asien, fiel der Nikkei 225 um 0,63 Prozent auf 8981,94 Punkte. Er rutschte damit zwar wieder leicht unter die Marke von 9000 Punkten, schloss aber deutlich über dem Tagestief von 8832 Zählern. Vor dem Beginn des weltweiten Kursrutsches an den Aktienmärkten hatte der Nikkei noch über der Marke von 10.000 Zählern gestanden.