Marken-Shops

Luxus-Labels eröffnen neue Läden in Berlin

Eine Studie belegt: Immer mehr renommierte Marken setzen auf Filialen in der deutschen Hauptstadt. Berlin liegt im Europa-Vergleich bislang auf Rang acht, hat aber Potenzial auf einen Aufstieg.

Foto: Marion Hunger

Die Luxusgüter-Branche hat sich nach der Finanzkrise schneller als erwartet erholt und baut ihr Filialnetz in den europäischen Metropolen aus. Die führenden Hersteller berichten über zweistellige Umsatzzuwächse oder sogar Rekordjahre. Deshalb hat das Maklerhaus Jones Lang LaSalle (JLL) erstmals die Präsenz der 100 renommiertesten Luxuslabels in 21 Metropolen Europas untersucht. Danach sind Paris, London und Mailand die Städte mit der höchsten Dichte an Luxus-Shops von Gucci, Prada & Co.

Berlin befindet sich zwar erst auf Platz acht des Rankings. Insgesamt gibt es 38 Luxus-Läden in Berlin. Doch die deutsche Hauptstadt weist laut JLL eine besondere Dynamik im Luxus-Segment auf. „Berlin steht bei den Luxus-Labels in jüngster Zeit besonders im Fokus“, erklärt Doris von Muschwitz, Leiterin Einzelhandelsvermietung Deutschland bei Jones Lang LaSalle. Sie glaubt deshalb, dass die deutsche Hauptstadt demnächst deutlich mehr Läden beherbergen wird und in einigen Jahren womöglich zu Paris oder London aufschließen kann. Vor allem die geografische Lage komme der Stadt zugute. Sie sei ein beliebtes Reiseziel für Touristen und osteuropäische Luxus-Shopper. Die vergangenen Monate und die nahe Zukunft stehen exemplarisch für die dynamische Entwicklung. So hat beispielsweise die italienische Luxusmarke Prada seit Februar wieder eine eigene Repräsentanz in Berlin. Auch die Sportwagenschmiede Lamborghini wartet inzwischen mit einem sogenannten Fashion-Shop auf – dem ersten in ganz Europa. Im September startet Hermès im KaDeWe seinen zweiten Laden in der Hauptstadt. Im Jahresverlauf öffnen auch noch Dependancen von Armani sowie Dolce & Gabbana.

Kudamm ist bedeutendste Luxusmeile

Der Kurfürstendamm ist dabei weiterhin die mit Abstand bedeutendste Luxusmeile der Stadt. Für nur einen Quadratmeter Ladenfläche ist in der Spitze eine Jahresmiete bis zu 2400 Euro zu zahlen. Damit reiht sich der Kudamm hierzulande allerdings noch hinter der Münchner Maximilianstraße (3000 Euro Miete), der Düsseldorfer Königsallee, der Frankfurter Goethestraße und dem Hamburger Neuer Wall ein. Europäische Spitze ist die New Bond Street in London mit einer Jahresmiete von 7900 Euro.

Die Auswertung bezieht ausschließlich Shops in 1a-Lagen und Einkaufs-Galerien ein. Zudem werden nur Filialen der Hauptmarke berücksichtigt. Auch Markenshops in namhaften Luxuskaufhäusern werden mangels Transparenz nicht erfasst. Geografisch bezieht sich die Analyse stets auf das Zentrum der Metropolen und die angesagten Luxusmeilen.

Die höchste Dichte an internationalen Luxuslabels hat erwartungsgemäß Paris. Mit über 150 Luxusshops sind die von Jones Lang LaSalle definierten 100 Luxusmarken in der französischen Hauptstadt sogar oft gleich mehrfach vertreten. Nur London kann in dieser Hinsicht noch mithalten und weist mit 125 Shops ebenfalls etliche Doppelstandorte auf. Darauf folgt Mailand mit knapp 90 Luxuslabels. Während sich das Angebot in den meisten Metropolen auf jeweils eine Straße konzentriert, sind in London, Paris und Moskau gleich mehrere Luxuslagen anzutreffen.

Die höchste Präsenz in den untersuchten Städten weist mit über 40 Standorten die Marke Hugo Boss auf. Das Label hat in den letzten Jahren stark in die Standorte investiert und die Internationalisierung vorangetrieben. In vielen Metropolen ist Hugo Boss mit mehreren Shops vertreten. Auch Max Mara hat eine hohe Shopdichte. Burberry, Cartier, Escada, Gucci, Louis Vuitton und Prada verfügen jeweils über mindestens 25 Shops und sind damit in allen Metropolen präsent.