Zugausfälle

Lokführer kündigen Streik bei Privatbahnen an

Kunden von Privatbahnen müssen sich auf Zugausfälle einstellen. Die Lokführergewerkschaft kündigte für nächste Woche Arbeitsniederlegungen an.

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Im festgefahrenen Streit mit den privaten Bahnunternehmen um einen bundeseinheitlichen Rahmentarifvertrag hat die Lokführergewerkschaft GDL für kommende Woche einen neuen Streik angekündigt. „Da die Unternehmen sich bisher keinen Deut bewegt haben, werden wir die Arbeitskampfmaßnahmen im Laufe der nächsten Woche fortsetzen“, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky laut einer Mitteilung der Gewerkschaft.

Vom Streik betroffen wird demnach auch die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) sein. Diese habe der GDL aufgrund eines außergerichtlichen Vergleichs ein Angebot vorgelegt, das jedoch den Forderungen der GDL „weder inhaltlich noch substanziell gerecht wurde“, erklärte Weselsky.

Die Privatbahnen fahren auf rund einem Fünftel der Strecken des deutschen Nahverkehrs. Sie hatten die Gespräche mit der GDL über einen Flächentarifvertrag für gescheitert erklärt und peilen nun Einzelabschlüsse für jedes Unternehmen mit den Gewerkschaften an. Die GDL will einen bundesweiten Tarifvertrag für alle 26.000 Lokführer im Fern-, Nah- und Güterverkehr.

Bei den Verhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB) gab es laut GDL hingegen „weitere Fortschritte“. „Wir haben die feste Zusage, dass der von uns geforderte Bundes-Rahmen-Lokomotivführertarifvertrag in Verknüpfung mit dem Haustarifvertrag der DB ohne Einschränkung gilt“, sagte Weselsky.

Aufgrund der Annäherung werden die Gespräche fortgesetzt, wie die GDL mitteilte. Demnach stehen in Sondierungsrunden am 29. und 31. März Detailfragen des Haustarifvertrages, der Altersvorsorge und der Beschäftigungssicherung im Mittelpunkt. Am 7., 8. und 12. April soll es weitere Verhandlungen geben. Strittig sind laut GDL noch mehrere Punkte, etwa bei der Arbeitszeit. Hier besteht die GDL auf der Erhöhung des Nachtarbeitszeitzuschlages, was die DB bisher verweigert.