Die Staatsanwaltschaft hat die Zentrale der Bayerischen Landesbank (BayernLB) in München durchsucht. Behördensprecherin Barbara Stockinger bestätigte gegenüber Morgenpost Online Informationen der „Passauer Neuen Presse“, wonach es um Untreue im Zusammenhang mit dem Erwerb der Tochterfirma Hypo Group Alpe Adria geht. Auch die Bank bestätigte die Durchsuchungen. Die Vorwürfe richten sich gegen mehrere Personen „auf Vorstandsebene“, wie Stockinger sagte. Neben mehreren Gebäuden der Bank seien auch einige Privathäuser durchsucht worden.

Auch in Österreich und Luxemburg gebe es entsprechende Durchsuchungen in Räumen der Bank. Die dortigen Behörden seien um Rechtshilfe gebeten worden. In München waren an dem Einsatz 28 Staatsanwälte, 53 Ermittler des Landeskriminalamts und 18 Beamte des Polizeipräsidiums München beteiligt.

Die BayernLB hatte die Mehrheit an der Hypo Group Alpe Adria und für den Anteil von gut 50 Prozent einen Preis von 1,6 Milliarden Euro bezahlt. Schon seit längerem muss sich der Vorstand um den damaligen BayernLB-Chef Werner Schmidt vorwerfen lassen, dabei eine klare Fehlinvestition getätigt zu haben.

Die im österreichischen Klagenfurth ansässige Bank macht ihr Geschäft vor allem in Südosteuropa. Infolge der Finanzkrise schrieb die Bank hohe Verluste und musste von der BayernLB und der österreichischen Regierung mit frischem Eigenkapital gestützt werden. Auch die Liechtensteiner Tochter der Hypo Alpe Adria brachte die BayernLB in die Schlagzeilen. Die Landesbank bereitet derzeit dem Vernehmen nach einen Verkauf der Tochter vor.

jos