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Klagewelle gegen Bayer wegen Antibabypille

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Wegen eines möglichen erhöhten Thrombose-Risikos bei Antibabypillen droht Bayer eine Klagewelle in den USA. Der Umsatz geht zurück.

Bayer ist in den USA mit einer Klagewelle im Zusammenhang mit seinen Verhütungsmitteln Yaz und Yasmin konfrontiert. Die Zahl der Klagen liege inzwischen bei 2700, teilte der Pharma- und Chemiekonzern in seinem Zwischenbericht zum zweiten Quartal mit. Im April waren es noch 1750 Klagen gewesen.

In den USA ist seit einiger Zeit eine Diskussion über ein möglicherweise erhöhtes Thrombose-Risiko bei diesen Pillen mit dem Wirkstoff Drospirenon im Gange. Der Streit war mit ein Grund, warum der Umsatz mit der Produktfamilie, zu der noch das Verhütungsmittel Yasminelle gehört, im zweiten Quartal um 11,1 Prozent auf 289 Millionen Euro zurückging. Mit dem Krebsmittel Nexavar erzielte Bayer dagegen einen Umsatzzuwachs von 26,5 Prozent auf 186 Millionen Euro im Quartal .

Bayer ist im zweiten Quartal mit einem Gewinnrückgang unter den Erwartungen von Branchenexperten geblieben. Die Konjunkturerholung beflügelte zwar die Nachfrage nach Kunststoffen. In der Gesundheitsparte spürte der Konzern dagegen die gestiegene Konkurrenz durch Nachahmermedikamente, zudem bremsten ungünstige Wetterbedingungen das Agrarchemiegeschäft. Unter dem Strich blieb für die Monate April bis Juni ein Gewinn von 525 Millionen Euro – ein Rückgang von 1,3 Prozent, wie Bayer mitteilte. Analysten hatten einen Anstieg erwartet. Sonderkosten von 255 Millionen Euro wegen Rechtstreitigkeiten und Abschreibungen auf ein Krebsmedikament belasteten zusätzlich die Bilanz.

Bayer setzte im zweiten Quartal knapp 9,2 Milliarden Euro um, ein Plus von 15 Prozent binnen Jahresfrist. Das bereinigte Ebitda nahm um 8,6 Prozent auf 1,9 Milliarden zu. Analysten hatten hier etwas mehr erwartet.

Für das Gesamtjahr 2010 gibt sich Konzernchef Werner Wenning aber weiter optimistisch. „Wir bleiben für das Jahr 2010 zuversichtlich“, sagte er. Die unter den Erwartungen liegende Geschäftsentwicklung in der Gesundheitssparte und in der Agrochemie werde durch die starke Erholung im Kunststoffgeschäft ausgeglichen. Der um Sondereinflüssen bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) solle wie bislang geplant auf mehr als sieben Milliarden Euro steigen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie solle um über 15 Prozent zulegen. Beim Umsatz erwartet das Management weiter einen um Währungsschwankungen sowie um Zu- und Verkäufe bereinigten Anstieg von mehr als fünf Prozent.