Die Vorwürfe sind nicht besonders weit hergeholt: Auf den Verdacht, Google könnte Suchergebnisse zu eigenen Gunsten beinflussen, kann jeder Nutzer schnell kommen. Eine Studie der US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog hat ihn auch bereits umfänglich belegt, sie liegt auch der EU-Kommission vor.

Ihr Ergebnis: Der Konzern stellt seine eigenen Dienste oben an, Konkurrenten rutschen nach unten. Googles unternehmerisches Recht, könnte man sagen – bei der marktbeherrschenden Stellung der Suchmaschine aber ein Problem für Verbraucher und für andere Anbieter. Und damit ein Fall für die Wettbewerbsbehörden.

Es ist erst der Anfang einer Untersuchung, aber wenn sie zu Googles Ungunsten ausfällt, droht dem Konzern eine empfindliche Strafe. Selbst wenn die zu verschmerzen wäre für einen Konzern, der zum Ende des vergangenen Quartals auf 33,4 Milliarden Dollar Barem saß: Sie wäre ein Stachel im Fleisch des Internetkonzerns, der zuletzt 97 Prozent des Umsatzes mit dem Suchgeschäft macht. Das Problem: Der Markt wächst nicht mehr in Geschwindigkeit der vergangenen Jahre.

Druck von außen kann Google zu der Strategie zwingen, die sich Aktionäre längst wünschen: Google muss außerhalb des Suchgeschäfts Wachstum generieren und damit auch endlich relevante Beiträge zum Geschäft erzielen. Das leisten bis heute weder das Videoportal Youtube noch das Preisvergleichsportal und der Geodienst Street View.

Dass Google offenbar derzeit für den Schnäppchendienst Groupon bietet, ist ein Schritt in diese Richtung. Google-Aktionäre haben noch nie Dividende bekommen. Wenn die schon ausfällt, wollen sie Wachstum sehen und steigende Börsenkurse – und das mit allem Recht.