Internet

Unsere Kinder haben mehr Vertrauen verdient

Es ist die erste Generation, die mit dem Internet aufwächst. Unsere Kinder kennen die dunklen Ecken und haben trotzdem Vertrauen verdient.

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Es ist mittlerweile in vielen Familien ein ganz normaler Vorgang: Die Kinder schalten nach der Schule als Erstes ihren Computer an. Einige machen das sogar schon vor der Schule. Viele Eltern wissen oft gar nicht, warum. Was gibt es nur immer zu sehen in diesem Kasten? Wenn sie ihre Kinder nicht selber fragen wollen, hilft jetzt eine Studie bei der Beantwortung: Kinder und Jugendliche nutzen das Internet vor allem für die Kommunikation. Sie chatten, skypen, mailen – und halten so den Kontakt mit ihren Freunden. Fast die Hälfte der Zeit im Internet wird dafür investiert.

Das ist eine sehr gesunde und pragmatische Herangehensweise an die Möglichkeiten des Web. Unsere Kinder sind die erste Generation der Menschheitsgeschichte, die mit diesen technischen Möglichkeiten aufwächst. Jeder Mensch kann mit jedem zu jeder Zeit in Echtzeit kommunizieren. Noch vor ein paar Jahren war das unvorstellbar. Jetzt gehört es zum ganz normalen Tagesablauf, mit der Schulfreundin, die gerade ihr Auslandsjahr in England verbringt, per Videotelefonie im Internet in Kontakt zu bleiben.

Beruhigend ist auch, dass die Vorsicht der jungen Leute im Netz zunimmt. Nutzer von Netzwerken achten immer stärker darauf, dass sie nicht zu viele Daten und Persönliches von sich preisgeben. Hier gibt es, wenn man den Zahlen vertraut, einen positiven Lerneffekt. Auch für Betrüger wird es immer schwieriger im Netz, ihren dunklen Geschäften nachzugehen. Junge Nutzer sind besonders wachsam, wenn sie Abzocke und Betrug wittern. Auch auf Viren und Diebstahl von Daten wird immer besser aufgepasst. Cybermobber, die falsche oder beleidigende Angaben über andere verbreiten oder andere bedrohen, haben es immer schwerer, weil die Vorsicht größer geworden ist.

Das Internet ist ein sehr junges Medium, das viele Ängste auslöst. Wir erleben gerade, wie der Umgang damit geübt wird – und auch Fehler gemacht werden. Nicht immer haben Lehrer oder Eltern das richtige Rezept, weil sie sich selber nicht so gut auskennen. Natürlich sind Kinder und Jugendliche neugierig. Sie kennen auch die dunklen Ecken des Internets.

So, wie die Eltern in ihrer Jugend die dunklen Ecken und Kneipen der Stadt kannten. Aber vor allem wollen sie im Internet mit Freunden reden, ihre Musik hören und Videos schauen. Und wenn junge Leute auf der Suche nach Informationen sind oder Angaben überprüfen wollen, vertraut ein großer Teil laut Studie übrigens immer noch auf die Internetseiten der großen Zeitungen und Zeitschriften. Kinder haben nicht nur unsere Fürsorglichkeit verdient, sondern auch unser Vertrauen.