Zeitarbeit

Arbeitgeber wollen keine Unsicherheits-Boni zahlen

Deutsche Arbeitgeber lehnen Lohn-Zuschläge für Leiharbeiter wie in Frankreich ab. Das französische Modell bringe viele Nachteile mit sich.

Foto: ZB / ZB/DPA

Die Arbeitgeber haben den Vorschlag der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zurückgewiesen, deutschen Leiharbeitern wie in Frankreich bei der Entlohnung einen „Unsicherheits-Aufschlag“ zu gewähren. Das französische System sei kein Vorbild für Deutschland, heißt es in einer Stellungnahme des Präsidenten des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA), Volker Enkerts, die der „Berliner Zeitung“ vorliegt. Danach habe das französische Modell Nachteile für Arbeitnehmer.

Die Verträge dauerten nur wenige Tage und nach dem Einsatz im Kundenunternehmen sei der Zeitarbeiter automatisch arbeitslos, sagte der BZA-Präsident. Anders als in Deutschland gebe es auch keine Lohnfortzahlung bei Krankheit, Urlaub oder während einsatzfreier Zeiten. Mit dem französischen Zehn-Prozent-Zuschlag würden „nicht annähernd“ die Sozialleistungen abgegolten, die ein deutscher Leiharbeiter durch sein festes Arbeitsverhältnis erhalte. ver.di-Chef Frank Bsirske hatte zuvor gefordert, Leiharbeiter müssten mindestens so viel Geld erhalten wie Stammbeschäftigte und sich für einen „Unsicherheits-Aufschlag“ ausgesprochen.