In dem Ermittlungsverfahren geht es um verdeckte Provisionszahlungen beim Verkauf von Lkw und Bussen in Höhe von einer Million Euro in Deutschland und rund zehn bis 15 Mio. Euro im Ausland. Bei der Razzia ließ die Staatsanwaltschaft neben der Firmenzentrale in München auch die 39 Niederlassungen von MAN Truck & Bus Deutschland sowie Privatwohnungen von drei Beschuldigten durchsuchen.

Es besteht der Verdacht, dass bei MAN zwischen 2002 und 2005 ein illegales System zur Förderung des Absatzes von Lkw und Bussen existierte. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge sollen Verkäufer in den Niederlassungen Provisionen an Einkäufer der Kunden bezahlt haben. Das Ziel: Der Einkäufer sollte mit dem Obulus ermuntert werden, MAN zu bevorzugen und Angebote der Konkurrenten nicht zu berücksichtigen. Der Staatsanwaltschaft zufolge wird auch Hinweisen nachgegangen, wonach illegale Provisionen nicht nur im Inland, sondern auch an Angestellte ausländischer Unternehmen sowie ausländische Amtsträger bezahlt wurden.

Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang bei den Finanzbehörden. Den Finanzbeamten waren als Provisionen bezeichnete Zahlungen an die Mitarbeiter von MAN-Kunden aufgefallen. MAN betonte in einer Presseerklärung, mit den Ermittlungsbehörden eng zu kooperieren. MAN ist der zweitgrößte Nutzfahrzeughersteller in Deutschland und setzte im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Busse und Lkw ab. Der Umsatz im Nutzfahrzeugbereich lag bei 10,6 Milliarden Euro. In diesem Jahr hat die Sparte mit einem dramatischen Absatzeinbruch zu kämpfen.

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