Das Konzept geht auf: Den Kunden einen „Hauch von Luxus“ verkaufen – zum erschwinglichen Preis. Der Chef des Einzelhandelskonzerns Douglas, Henning Kreke, konnte wieder mal zeigen, das dass das Geschäft durchaus gewinnträchtig ist. Um 2,8 Prozent auf 147 Mio. Euro kletterte der Vorsteuergewinn in dem Ende September beendeten Geschäftsjahr 2007/08. Bei einem Umsatz von über 3,1 Mrd. Euro, bedeutet das eine für den Handel beachtliche Umsatzrendite von 4,7 Prozent. Obwohl Douglas seine Umsatzziele knapp verfehlt hat, zeigte sich Kreke „nicht unzufrieden“ mit dem abgelaufenen Jahr. Der Aktienkurs jedoch sank. Im jetzt laufenden Geschäftsjahr will Douglas den Umsatz um „drei bis sechs Prozent“ steigern und ein Ergebnis von „100 bis 150 Millionen Euro“ erzielen.

Das familiengeführte, im Börsensegment MDax notierte Unternehmen ist vor allem durch die Douglas-Parfümerien bekannt. Schon seit vielen Jahren sind sie Europas größte Parfümeriekette. In 22 europäischen Ländern und den USA betreibt Douglas mittlerweile knapp 1200 Filialen. Die Marktführerschaft tut dem Expansionswillen indes keinen Abbruch: Vor allem im Ausland will Douglas im laufenden Geschäftsjahr noch mehr. „Insgesamt sind europaweit rund 50 Neueröffnungen geplant“, kündigte Kreke bei der Vorstellung der Jahreszahlen für 2007/08 an. In Deutschland ist unterdessen die Grenze in Sicht. Knapp 450 Filialen hat Douglas im Heimatmarkt. Kreke sieht ein Potenzial von 500, wie er zuvor bereits sagte.


Doch der im westfälischen Hagen beheimatete Konzern ist mehr als Parfüm und Lippenstift. Geht der Umsatz der Parfümerien mittlerweile auf die zwei Mrd. Euro zu, ist im Geschäftsbereich Bücher die Marke von 800 Mio. Euro in Sichtweite. Die Douglas-Kette Thalia ist neben der DBH-Gruppe Marktführer in Deutschland. Ebenfalls führend sieht man sich bei Schmuck mit Christ und Süßwaren mit Hussel, der Keimzelle des Unternehmens. Auch hier steht Wachstum auf der Agenda: 2008/09 plant Thalia 15 Neueröffnungen, Christ und Hussel jeweils bis zu zehn. 140 Mio. Euro Investitionen sind veranschlagt. Hinzu kommen eventuelle Übernahmen vor allem durch die Parfümerien, Thalia und Christ.

Der Premium-Damenausstatter AppelrathCüpper ist weiterhin das Sorgenkind des Konzerns. Textilien gehen in Deutschland schon seit längerem nicht besonders gut. 3,5 Mio. Euro Vorsteuerverlust fielen im vergangenen Jahr bei AppelrathCüpper an. Der Umsatz brach um 8,3 Prozent auf 148 Mio. Euro ein. Noch hält Douglas an der Kette fest. Dass man sich notfalls allerdings auch von ungesunden Bereichen trennen kann, zeigte zuletzt der Verkauf des defizitären Herrenausstatters Pohland

dpa/sl