Die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg blickt zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2011. „Wir rechnen mit einem Wachstum von zwei Prozent in beiden Bundesländern“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Christian Amsinck, am Montag in Berlin. Keine Branche rechne mit Einbrüchen bei Kapazitätsauslastungen, Umsätzen sowie Beschäftigungsentwicklung und Investitionsplanungen.

Vielmehr erwarteten etliche Wirtschaftszweige wie die Metall- und Elektroindustrie, der Maschinenbau und auch der Großhandel sowie Dienstleistungen steigende Umsätze, fügte Amsinck hinzu. Auch sei die Zeit der Kreditklemme vorbei. Die meisten Unternehmen gingen davon aus, ihre für dieses Jahr geplanten Investitionen durchführen zu können.

Berlin und Brandenburg profitierten immer mehr vom Wachstum der Weltwirtschaft, ergänzte der UVB-Chef. Denn inzwischen betrage die Exportquote der Berliner Industrie knapp 50 Prozent und die der brandenburgischen fast 30 Prozent. Die Auswirkungen der dramatischen Ereignisse in Japan auf die Weltkonjunktur seien derzeit noch nicht absehbar, fügte Amsinck hinzu. Amsinck erwartet, dass die Hauptstadtregion ungefähr so stark wie Deutschland insgesamt wachsen wird.

Politik und Wirtschaft in Berlin und Brandenburg müssten sich jetzt auf die langfristigen Weichenstellungen konzentrieren. „Dazu zählen die Sicherung des Fachkräftebedarfs, eine leistungsfähige Infrastruktur als notwendige Basisinvestition, die Sicherung einer bezahlbaren Energieversorgung und eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung, um finanziellen Spielraum für Investitionen zu haben“, sagte der UVB-Chef.

Die Wirtschaft selber müsse zur Fachkräftesicherung auch eigene Anstrengungen unternehmen, sagte Amsinck. Denn aktuell beträgt der Anteil betrieblicher Azubi-Plätze an allen Ausbildungsstellen nur 38 Prozent in Berlin. „Da brauchen wir mehr“, sagte der UVB-Chef. Konkret will sich der Verband darum bemühen, dass kleinere Unternehmen im Ausbildungsverbund mit großen Firmen für Fachkräftenachwuchs sorgen.

Da nicht alle Firmen Kapazitäten für eine komplette Lehre haben, sollen die Azubis dann teils in Partnerunternehmen des Verbundes ausgebildet werden. Das macht derzeit beispielsweise schon Siemens mit seinen Lehrwerkstätten in Spandau.

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