Deutsche Bahn

Lokführer streiken am Dienstagmorgen bundesweit

Bahnreisende müssen am Dienstag ab 6 Uhr mit Verzögerungen rechnen. Die Lokführer wollen in ganz Deutschland die Arbeit niederlegen.

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Bahnpendler müssen sich am Dienstagmorgen bundesweit auf erhebliche Behinderungen einstellen: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat Warnstreiks zwischen 6.00 und 8.00 Uhr angekündigt. GDL-Chef Claus Weselsky sagte der Nachrichtenagentur dapd, er erwarte „flächendeckende Auswirkungen“ des Ausstands. Der Streik betreffe „alle Transportbereiche“, also S-Bahnen ebenso wie Regionalzüge und den Fernverkehr.

Unter anderem ist Nordrhein-Westfalen nach Angaben der GDL NRW von den Streiks betroffen. Auch in Norddeutschland werde der Zugverkehr erheblich eingeschränkt sein, sagte der Vorsitzende des GDL-Bezirks Nord, Lutz Schreiber. Auch in Berlin und Brandenburg müssen sich Berufspendler laut GDL-Bezirkschef Frank Nachtigall auf Zugausfälle einstellen.

Die Bahngesellschaften würden sicher versuchen, den Dienst mit Hilfe der verbeamteten Lokführer und der Streikunwilligen aufrecht zu erhalten, sagte Weselsky weiter. Doch er erwarte deutliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Erfahrungsgemäß können die Auswirkungen des Lokführer-Streiks auch nach 8.00 Uhr noch zu spüren sein, weil durch derartige Einschränkungen oft der Fahrplan aus dem Takt gerät.

Die GDL hatte bereits für Montag öffentlichkeitswirksam Warnstreiks terminiert, die genauen Zeiten und Orte aber offen gelassen. Sie fordert einen einheitlichen Flächentarifvertrag für alle 26.000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr. Dafür muss sich die GDL sich mit der Deutschen Bahn AG sowie privaten Unternehmen im Personen- und Güterverkehr einigen. Die GDL-Tarifkommission beschloss die Arbeitskampfmaßnahmen Anfang Februar. Einem bereits erstrittenen Branchentarifvertrag zwischen der Bahn, sechs großen Wettbewerbern und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sich die GDL nicht anschließen.

Jene Ergebnisse lägen erheblich unter den GDL-Forderungen, hieß es. Unter der Rufnummer 08000 / 99 66 33 können sich Fahrgäste im Inland über die konkreten Auswirkungen der Aktionen informieren. Kunden im Ausland erhalten Informationen unter 0049 / 1805 334444. Details sind auch im Internet zu erfahren. Außerdem kündigte die Bahn an, Kunden ihre Fahrkarten zu erstatten, die wegen streikbedingter Zugausfälle, Verspätungen oder Anschlussproblemen ihre Reise nicht antreten können.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hatte die Arbeitgeber davor gewarnt, den Forderungen der Lokführergewerkschaft GDL nachzugeben. „Wenn die Arbeitgeber der GDL einen besseren Abschluss als mit uns zugestehen, wird das weitreichende Konsequenzen haben“, sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner dem „Tagesspiegel". Dann werde seine Gewerkschaft Nachverhandlungen fordern und gleiche Bedingungen verlangen. Mit der EVG und den sechs großen regionalen Schienenunternehmen hatte sich die Bahn bereits am 17. Januar auf einen Branchentarifvertrag geeinigt. Die GDL wollte sich dem nicht anschließen.