Studie

Stromanbieter kassieren zwei Milliarden zu viel

Stromkonzerne nehmen ab Jahresbeginn offenbar grundlos zwei Milliarden Euro zusätzlich ein, so heißt es in einer Studie.

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Die Strompreiserhöhungen ab Januar spülen der deutschen Energiebranche einer Studie zufolge ungerechtfertigte Zusatzeinnahmen in Höhe von zwei Milliarden Euro in die Kassen. Die Unternehmen begründeten die Preissteigerungen zum Jahreswechsel zwar mit der um 1,5 Cent pro Kilowattstunde gestiegenen Umlage zum Ausbau erneuerbarer Energien, die alle Stromkunden mit ihrer Rechnung bezahlen müssen, heißt es in der Studie der Bundestagsfraktion der Grünen, aus der die „Saarbrücker Zeitung“ zitiert. Jedoch sei die Argumentation der Energiewirtschaft „nicht nachvollziehbar“. Tatsächlich seien für die Versorger die Einkaufskosten für Strom seit Herbst 2008 um 30 bis 40 Prozent gesunken.

Es bestehe „ein bislang nicht weitergegebenes, erhebliches Preissenkungspotenzial“ für die Energiewirtschaft, heißt es dem Bericht zufolge in der Studie. 2010 könnte für die Strombranche sogar ein Rekordjahr für deren Erträge werden. Insbesondere die vier größten Versorger Eon, RWE, Vattenfall und EnBW dürften profitieren. „Ihr gesamter Jahresgewinn dürfte bei rund 30 Milliarden Euro liegen“, heißt es laut Bericht in der Studie. Nie zuvor hätten die Konzerne höhere Gewinne eingefahren.

„Die Versorger erhöhen vielfach die Preise, um ihre Gewinne zu steigern“, kritisierte Grünen-Energieexpertin Ingrid Nestle in der „Saarbrücker Zeitung“. Zum neuen Jahr wollen mehr als 500 Versorger die Preise anheben.