Energiepreise

Der Aufschwung in den USA bleibt eine Zitterpartie

Weil die US-Verbraucher mehr für Öl ausgeben mussten, hatten viele ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können. Jetzt steigt wieder der Ölpreis.

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Ökonomen sind zuversichtlich: Der deutsche Aufschwung ist so stabil, dass er den steigenden Ölpreis verkraftet. Dabei hilft nicht nur, dass die Löhne steigen werden, so dass Verbraucher die steigenden Preise besser verkraften. Bei steigenden Energiepreisen zahlt sich aus, dass deutsche Firmen besonders energieeffizient produzieren und hiesige Haushalte eifrig Energie sparen.

Anders sieht es in den USA aus: Wie sensibel die Verbraucher dort auf steigende Energiepreise reagieren, zeigt ein Blick zurück auf das Jahr 2007, als der Preis für Öl stark stieg. Inzwischen machen Ökonomen den steigenden Ölpreis nicht nur für den Abschwung ab 2007 verantwortlich, sondern auch für die Finanzkrise: Weil die US-Verbraucher mehr für Benzin und Heizung ausgeben mussten, hätten viele ihre übergroßen Hypotheken nicht mehr bedienen können.

Auch aktuell trifft der Preisanstieg auf eine noch immer verletzliche US-Wirtschaft. Steigende Energiepreise könnten die Konjunktur erneut abwürgen. Die Zentralbanker der Fed wissen, dass nicht nur der Energiehunger von China und Indien den Ölpreis treiben, sondern auch die Billionen, die Zentralbanker weltweit in das Finanzsystem pumpen.

Viel von dem Geld fließt nicht in die Realwirtschaft, sondern die Banken spekulieren damit – eben auch auf steigende Öl- und Rohstoffpreise und treiben so die Preise weiter in die Höhe. Die Fed steht deshalb vor einem Dilemma: Sammelt sie ihre Billionen wieder ein, gefährdet sie den Aufschwung, lässt sie das Geld im Markt, trägt sie dazu bei, dass der steigende Ölpreis die Erholung abwürgt. So oder so: Der Aufschwung ist fragil.