Konjunktur-Umfrage

DIHK prescht mit Wachstumsprognose für 2011 vor

Der Verband erwartet ein Wachstum von drei Prozent für dieses Jahr, so viel wie seit dem Boomjahr 2007 nicht mehr.

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Die deutschen Unternehmen sind derzeit wieder so optimistisch wie seit dem Boomjahr 2007 nicht mehr. „Angekurbelt vom Export ist die konjunkturelle Erholung auch in der Binnenwirtschaft voll angekommen“, heißt es in einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 28.000 Firmen. Die Unternehmen wollen demnach wieder deutlich mehr investieren und neue Jobs schaffen.

Der DIHK erhöhte deshalb seine Wachstumsprognose deutlich und setzte sich mit an die Spitze der Konjunkturoptimisten. Für 2011 erwartet der Verband einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 3,0 Prozent. Bisher lag die DIHK-Schätzung bei 2,4 Prozent. Die Bundesregierung erwartet nur 2,3 Prozent, einige Experten etwa aus Banken halten ebenfalls ein Wachstum von drei Prozent für möglich. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mahnt dagegen Konjunkturoptimisten zu Vorsicht. „Wir sollten uns realistischerweise dazu bekennen, dass für Deutschland mehr als anderthalb bis zwei Prozent Wachstum weder nachhaltig möglich noch unbedingt wünschenswert sind“, sagte Schäuble der "Zeit“.

Die Unternehmen wollen laut DIHK so stark investieren wie zuletzt im Boomjahr 2007. „Die Investitionsabsichten der Unternehmen erreichen einen Rekordwert“, heißt es in der Studie. Wegen der vollen Auftragsbücher planen die Firmen demnach, auf breiter Front weiter einzustellen. Mit den Investitionen wollen sie nicht nur Maschinen und Anlagen austauschen, sondern weiten zunehmend auch ihre Kapazitäten aus. In den exportstarken Industriezweigen Maschinen- und Autobau sowie der Chemieindustrie ziehe die Investitionsbereitschaft besonders stark an.

Grund für die positive Stimmung der Firmen sind dem DIHK zufolge der anziehende Konsum und die anhaltend starke Auslandsnachfrage – vor allem in der Hochtechnologie. „Die gute Geschäftslage der Unternehmen und das nach wie vor niedrige Zinsniveau sorgen für einigermaßen stabile Finanzierungsbedingungen“, schreiben die Experten. Dies begünstige die Investitionsdynamik.

Risiko Rohstoffe

Sorgen bereiten den Firmen vor allem steigende Preise für Energie und Rohstoffe. „Für immer mehr Branchen entwickeln sie sich zum Konjunkturrisiko Nummer 1.“ Um sich dagegen zu wappnen, investierten viele Industrie-Betriebe in energieeffizientere Maschinen und Anlagen. Insgesamt sei die Industrie im Aufschwung erneut Spitzenreiter bei den Investitionen. Aber auch in vielen eher binnenwirtschaftlich orientierten Branchen wollen die Unternehmen wieder mehr investieren. Die aufgestockten Investitionsbudgets etwa im Einzelhandel, bei den Konsumgüterproduzenten und bei den personenbezogenen Dienstleistern wertet der DIHK als „Beleg für ein gestärktes Vertrauen der Unternehmen in eine fortdauernde Belebung des Privatkonsums.“ Das Gastgewerbe hingegen sei etwas vorsichtiger geworden.