DIHK-Studie

Deutsche Firmen planen Rekordinvestitionen

Die DIHK erhöht die Konjunkturprognose für 2011 deutlich. Der steigende Konsum und die anhaltende Auslandsnachfrage sorgen für Investitionen.

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Die deutschen Firmen wollen so stark investieren wie zuletzt im Boomjahr 2007. „Die Investitionsabsichten der Unternehmen erreichen einen Rekordwert“, heißt es in der Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), die Reuters in Auszügen vorlag. Wegen der vollen Auftragsbücher planen die Firmen demnach, auf breiter Front weiter einzustellen. Mit den Investitionen wollen sie nicht nur Maschinen und Anlagen austauschen, sondern weiten zunehmend auch ihre Kapazitäten aus. In den exportstarken Industriezweigen Maschinen- und Autobau sowie der Chemieindustrie ziehe die Investitionsbereitschaft besonders stark an. Selbst das Baugewerbe investiere wieder leicht. „Der Investitionsstau in Deutschland könnte sich so weiter lösen“, heißt es in der Umfrage unter rund 28.000 Firmen.

Der DIHK wird nach Reuters-Informationen seine bisherige Konjunkturprognose von 2,4 Prozent für 2011 deutlich anheben. Die konkrete Schätzung legt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben vor. Die Bundesregierung erwartet dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent, Optimisten halten ein Plus von rund drei Prozent für möglich.

Grund für die positive Stimmung der Firmen sind dem DIHK zufolge der anziehende Konsum und die anhaltend starke Auslandsnachfrage – vor allem in der Hochtechnologie. „Die gute Geschäftslage der Unternehmen und das nach wie vor niedrige Zinsniveau sorgen für einigermaßen stabile Finanzierungsbedingungen“, schreiben die Experten. Dies begünstige die Investitionsdynamik. „Die vollen Auftragsbücher haben zu einem besseren Cash flow in vielen Betrieben geführt. Mehr Projekte können damit aus Eigenmitteln finanziert werden.“

Viele Unternehmen hätten im vorigen Jahr Projekte wieder aufgenommen, die sie in der Krise zurückgestellt hätten. Zudem werde der Standort Deutschland für Investitionen attraktiver. „Der hohe Kostendruck hierzulande lässt nach und verliert als Grund für die Verlagerung von Investitionsvorhaben ins Ausland an Bedeutung“, betont der DIHK.

Spitzenreiter bei den Investitionen im Aufschwung sei erneut die Industrie. Die Betriebe investierten dabei auch in energieeffizientere Maschinen und Anlagen, um sich gegen steigende Energie- und Rohstoffpreise zu wappnen. Auch in vielen eher binnenwirtschaftlich orientierten Branchen wollen die Unternehmen wieder mehr investieren. Die aufgestockten Investitionsbudgets etwa im Einzelhandel, bei den Konsumgüterproduzenten und bei den personenbezogenen Dienstleistern wertet der DIHK als „Beleg für ein gestärktes Vertrauen der Unternehmen in eine fortdauernde Belebung des Privatkonsums.“ Das Gastgewerbe hingegen sei etwas vorsichtiger geworden.