Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten in diesem Jahr die US-Wissenschaftler Leonid Hurwicz, Eric Maskin und Roger Myerson. Damit geht der Preis in dieser Disziplin bereits zum achten Mal in Folge in die USA. Die Schwedische Reichsbank zeichnete damit die Beiträge der drei Amerikaner zur Theorie von wirtschaftlichen Handlungsvorgängen aus, der sogenannten „Mechanism Design Theory“.


Die Arbeiten sind Teil der Vertragstheorie. Ihre Forschung helfe bei der Unterscheidung, wann Märkte gut und wann sie schlecht funktionierten. Der in Moskau geborene Hurwicz gilt als Begründer der Theorie, die Strategien beim Abschluss von Verträgen erforscht. Maskin und Myerson hätten sie wesentlich weiterentwickelt, hieß es in der Begründung des Stockholmer Komitees.


Der Preis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert und wird am 10. Dezember gemeinsam mit den übrigen fünf Nobelpreisen überreicht. Vorige Woche wurden die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden bekanntgegeben. Anders als diese geht der Wirtschaftsnobelpreis nicht direkt auf das Testament des Preisstifters zurück, sondern wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank „im Gedenken an Alfred Nobel“ geschaffen. Verliehen werden die Nobelpreise immer am 10. Dezember, Nobels Todestag.

Bisher nur ein Deutscher

Im vergangenen Jahr bekam der Amerikaner Edmund S. Phelps die Auszeichnung für die Erforschung des Zusammenhangs von Preisentwicklung und Arbeitsmarkt. Von bisher 61 Wirtschafts-Preisträgern kamen mehr als zwei Drittel aus der US-Forschung. Erster und bisher einziger deutscher Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften ist der ehemalige Bonner Volkswirtschaftsprofessor Reinhard Selten. Er wurde 1994 zusammen mit den US-Wissenschaftlern John Nash und John Harsanyi für die Weiterentwicklung der Spieltheorie geehrt, die das strategische Verhalten von Spielern auf wirtschaftliche und andere wissenschaftliche Fragen überträgt. Nash wurde vor einigen Jahren weltbekannt durch den Hollywood-Film „A Beautiful Mind“.

Reuters/AP/lw/ap