Ost-Produkte

Diese Marken haben die DDR überlebt

Rotkäppchen, Spee, Florena oder Köstritzer haben ihren Platz in den Verkaufsregalen behauptet. Damit gehören sie zur Minderheit einstiger DDR-Kassenschlager, die den Sprung in die Marktwirtschaft geschafft haben. Morgenpost Online stellt erfolgreiche Produkte vor und fragt Ihr Wissen im Quiz der Ost-Produkte ab.

Von geschätzten mehr als 700 DDR-Marken gibt es 20 Jahre nach dem Mauerfall lediglich noch rund 120. Das belegt eine Studie der Empirischen Gesellschaftsforschung Hamburg im Auftrag der MDR- Werbung GmbH. Aber die wenigen Überlebenden feiern heute wieder erstaunliche Erfolge – vor allem in den neuen Ländern.

„Es gibt einen starken Retro-Trend, der den Ostmarken viele Türen öffnet“, sagte Christian Duncker, Verfasser der Studie, für die das Management von etwa 80 Unternehmen befragt wurde.

Im Internet mehren sich Plattformen, auf denen ausschließlich DDR- Markenprodukte feilgeboten werden. Der Versandhandel mit Ostprodukten blüht, erste Discounter gehen mit einer Ost-Markenstrategie in die Offensive.

Verbraucheranalysen zeigen, dass die Ostdeutschen zu einer ausgeprägten Markentreue neigen. Dafür müssen die Produkte preisgünstig sein, denn die Verbraucher in den neuen Bundesländern reagieren sensibler auf Preise, erläuterte Duncker. Knapp 66 Prozent der Ost-Marken liegen im mittleren Preissegment.

Das Erfolgsgeheimnis ihrer Produkte sehen die meisten Firmenchefs in der Bekanntheit aus der Vorwendezeit. 80 Prozent der befragten Manager nennen diesen Punkt als entscheidenden Faktor, erst mit deutlichem Abstand folgen Qualität (54,3 Prozent) und Innovation (30,9 Prozent).

„Ein Großteil der Produkte war in der DDR Bückware, das ist offensichtlich in den Hinterköpfen haften geblieben“, sagte Duncker. Im Westen tun sich die Ost-Produkte dagegen meist schwerer. „Die Verlagerung der Absatzgebiete gen Westen wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen.“

Die Hersteller der Ostprodukte – von denen zwei Drittel in den Händen von Ost-Inhabern sind – dürften nach Ansicht des Markenforschers nicht mehr nur auf die Vergangenheit setzen. Nicht alle Marken seien heute so aufgestellt, dass sie sich auch morgen noch gut im Wettbewerb behaupten könnten, sagte Duncker. Bei vielen Firmen sieht er Handlungsbedarf. „Diese werden sich keine weiteren 20 Jahre auf dem Erfolgsfaktor Bekanntheit und Vertrauen ausruhen können.“