Noch einmal Mitzittern und wir sind (hoffentlich) Europameister! Halb Deutschland ist im Fußball-Fieber und freut sich auf das Finale am Sonntag gegen die Spanier. Ab kommender Woche ist dann erst einmal Pause angesagt. Und die wird für echte Fußballfans so richtig bitter. Denn in der Bundesliga rollt der Ball erst Mitte August wieder. An der Börse hingegen geht die Jagd nach Toren munter weiter. Und im Gegensatz zur EM lauern die Anleger hier auch immer noch auf das „Golden Goal“.

Diese beim Fußball längst wieder abgeschaffte Regel besagte, dass das erste in der Verlängerung erzielte Tor automatisch die Entscheidung bedeutet. Wir Deutschen haben gute Erinnerung daran. 1996 wurde unser Team durch ein solches Golden Goal Europameister. Damals gelang dem heutigen Manager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, in der 95. Minute der 2-1-Siegtreffer im Finale gegen die Tschechische Republik.

Die BHF-Bank bietet die Jagd nach dem entscheidenden Treffer als bislang einziger Emittent mit regelmäßig neu emittierten Golden-Goal-Anleihen an. Wie bei normalen Aktienanleihen auch wird am Ende der Laufzeit auf jeden Fall ein fester Zinskupon ausgezahlt, der in der Regel deutlich höher ausfällt als bei klassischen Staatsanleihen. Solange die zugrunde liegende Aktie zum Schluss auf oder über dem Basispreis notiert, wird zudem der Nominalbetrag zu 100 Prozent zurückgezahlt. Nur wenn der Basiswert zu stark gefallen ist, erfolgt die Lieferung der Aktien, so dass es bei starken Kursrückgängen trotz der garantierten Verzinsung zu Verlusten kommen kann.

Im Unterschied zu klassischen Aktienanleihen besitzen die Golden-Goal-Papiere aber noch eine Ereignisschwelle, die bei Auflegung etwas oberhalb des Aktienkurses platziert wird. Der Clou: Wird diese Marke während der Laufzeit erreicht oder überschritten, ist damit das Golden Goal gelungen. Das bedeutet, dass neben dem Zinskupon auch die Auszahlung des vollen Nominalbetrags am Laufzeitende gesichert ist. Ganz egal, wie sich der Kurs der Aktie danach entwickelt. Anleger können sich also bis zum Laufzeitende zurücklehnen und den vorzeitigen Erfolg genießen.

Damit eignen sich Golden-Goal-Anleihen vor allem dann, wenn Investoren mit einem kurzfristigen Anstieg der Aktie rechnen, dessen Nachhaltigkeit aber als nicht sicher gilt. Ein Szenario, das im aktuellen Marktumfeld auf einige Titel zutreffen könnte. Denn nach dem Ausverkauf der vergangenen Tage rechnen Marktteilnehmer mit einer baldigen Gegenbewegung. An der Börse wird das als eine „technische Reaktion“ bezeichnet, die oft auf starke Kursrückgänge folgt. Solche Erholungen sind aber nur selten von langer Dauer. Was Anlegern egal sein kann, solange in dieser Phase der „goldene Treffer“ gelingt.


Gute Chancen bieten dabei in der Regel die Werte, die sich schon in der Abschwungphase vergleichsweise gut geschlagen haben. Dazu zählt momentan die Aktie von SAP, die bei rund 33,50 Euro notiert. Bei einer bis Juni 2009 laufenden Golden-Goal-Anleihe wird bei Fälligkeit ein garantierter Jahreskupon von 8,75 Prozent ausgezahlt. Daneben gibt es den Nennwert zu 100 Prozent zurück, wenn die Aktie am Ende mindestens bei 35,20 Euro notiert. Also rund fünf Prozent höher als jetzt. Gelingt das, erzielen Anleger unter dem Strich sogar eine Rendite von 12,7 Prozent, weil die Anleihe momentan nur bei knapp 97 Prozent gehandelt wird.

Die Ereignisschwelle wiederum liegt bei 38,70 Euro. Sollte die SAP-Aktie in den kommenden knapp zwölf Monaten nur ein einziges Mal auf oder über dieses Niveau steigen, ist die Maximalrendite eingelockt. Nötig wäre dafür ein Kursanstieg von gut 15 Prozent. Wenn dieser Sprung nicht gelingt und am Ende zudem die 35,20 Euro-Marke verfehlt wird, erhält der Anleger statt des Nennwertes eine feste Anzahl an SAP-Aktien, die ihm ins Depot gebucht werden. Theoretisch können diese Aktien dann so lange gehalten werden, bis die Kurse möglicherweise wieder steigen. Die Zinszahlung erfolgt auf jeden Fall.

Fazit: Die im Zuge der Abgeltungsteuer an Attraktivität gewinnenden Aktienanleihen werden auch als Golden-Goal-Variante angeboten. Hier muss die Aktie nur ein einziges Mal eine bestimmte Kursschwelle berühren, um Anlegern neben den garantierten Zinsen auch die Rückzahlung zum Nennwert zu sichern. Damit eignen sich solche Produkte gerade in stark schwankenden Märkten.