Sommerhoch beim Konsumklima: Die guten Wachstumsaussichten der deutschen Wirtschaft haben im August die Verbraucherstimmung in Deutschland weiter aufgehellt. Die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust schwinde in vielen Haushalten, gleichzeitig stiegen die Hoffnungen auf höhere Einkommen, berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen sei allerdings nicht ausgeprägter als während der Fußball-WM, machten die Konsumforscher deutlich. Damals hatte ein Run auf Flachbildfernseher für eine Sonderkonjunktur gesorgt. In der Summe werde daher der Konsumklima- Index im September mit einem Wert von 4,1 nur um einen Punkt über dem revidierten August-Wert von 4,0 liegen, berichtet die GfK. Dies ist dennoch der höchste Wert seit 14 Monaten.

„Die Stimmung steht ganz im Zeichen des starken Anstiegs des deutschen Bruttoinlandsprodukts in zweiten Quartal“, sagte GfK-Experte Dirk Mörsdorf zu der Umfrage unter rund 2000 Konsumenten. Die Wirtschaft hatte im Frühjahr mit einem Wachstum von 2,2 Prozent die höchste Schlagzahl seit der Wiedervereinigung vorgelegt. Als eine der tragenden Säulen des Aufschwungs erwies sich dabei neben dem Exportgeschäft und den Investitionen auch der private Konsum. Auch wenn die Wirtschaft im zweiten Halbjahr einen Gang zurückschalten sollte, erwartet die Bundesbank ein Wachstum von rund drei Prozent in diesem Jahr.

Diese rosigen Aussichten lassen auch den Optimismus der Verbraucher wachsen: Das GfK-Barometer für die Konjunkturerwartung stieg um fast zehn auf 46,6 Zähler. „Die Verbraucher erwarten offenbar, dass die konjunkturelle Erholung kein Strohfeuer ist, sondern sich fortsetzt“, sagt GfK-Forscher Mörsdorf. Demnach stehen auch die Chancen gut, dass es mit der Konsumstimmung nachhaltig aufwärts geht.

Dafür spricht etwa, dass sich die im Vormonat leicht abgeschwächte Anschaffungsneigung im August wieder stabilisiert hat. Das entsprechende Barometer verharrte bei einem Wert von 27,9 und liegt damit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von null Zählern. Die Nürnberger Marktforscher setzen daher darauf, dass die deutschen Verbraucher das Wachstum anschieben werden: „Sofern das Umfeld weiterhin so positiv bleibt, ist davon auszugehen, dass der private Verbrauch in diesem Jahr seinen Teil zur kräftigen Erholung der deutschen Wirtschaft beiträgt.“

Reuters/lw