Für Käse und Butter müssen Verbraucher künftig tiefer in die Haushaltskassen greifen. Der Nordmilch -Konzern aus Bremen hat in den vergangenen Wochen um bis zu 18 Prozent höhere Preise auf Großhandelsniveau für Käse durchgesetzt. Dies teilte die AG mit. Auch bei Butter sind nach Angaben des größten deutschen Molkereiunternehmens in den kommenden Wochen höhere Preise zu erwarten.


Der Konzern hat 2007 einen Gewinn von mehr als 31 Millionen Euro ausgewiesen, der Umsatz kletterte um 20 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Mit knapp 3000 Mitarbeitern hat Nordmilch im vergangenen Jahr 4,1 Milliarden Kilogramm Milch verarbeitet und damit das Niveau von 2006 knapp unterschritten.

„Trotz einer nicht zufriedenstellenden Auszahlungsleistung und großen Herausforderungen war 2007 ein positives Jahr“, sagte der Vorstandsvorsitzende Josef Schwaiger. Nordmilch hatte 2003 ein Restrukturierungsprogramm mit Entlassungen und Werksschließungen gestartet.


Mit den derzeitigen Stilllegungen der Werke Beesten (Kreis Emsland) und Hannover-Isernhagen werde das Programm abgeschlossen. Für beide Werke würden Partner gesucht, um mögliche Alternativen für die Arbeitsplätze der rund 230 Beschäftigten zu finden.


Für 2008 strebt Nordmilch unter anderem eine Verbesserung des Auszahlungspreises an seine Lieferanten an. Im Jahresdurchschnitt lag der von Nordmilch gezahlte Preis bei knapp 32 Cent pro Kilogramm. Es bleibe die große Aufgabe für 2008, die Milchauszahlung auf ein Niveau zu heben, das über dem Durchschnitt der norddeutschen Vergleichsmolkereien liegt, sagte Schwaiger.

Im Lieferstreik im Mai hatten Milchbauern mindestens 43 Cent je Liter Rohmilch gefordert. Nach dem Lieferstopp und den Blockaden deutscher Molkereien lenkte der Einzelhandel ein. Frische Milch und H-Milch wurden in Supermärkten sieben Cent teurer. Dadurch steigt der Erzeugerpreis nach Schätzungen des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter im Schnitt um ein bis zwei Cent. Erst wenn Käse, Butter und andere Milchprodukte ebenfalls teurer würden, würden die Durchschnittspreise deutlich stärker steigen.

Zu den Verlusten durch den Lieferstreik der Milchbauern und durch die Blockade von Molkereiwerken Anfang Juni lagen dem Nordmilch-Konzern noch keine Zahlen vor. Das Unternehmen kündigte Schadenersatzforderungen gegen die von der Polizei erfassten Teilnehmer von Blockaden an den sieben Nordmilch-Werken an. „Für den Lieferstreik im Kampf um faire Abnahmepreise haben wir volles Verständnis, Blockaden können wir jedoch nicht dulden“, sagte Dirk Gloy vom Nordmilch-Vorstand.

dpa/oht