Eigentlich waren die kunterbunten Kleidungsstücke der Berliner Kindermarke Finkid von den Spielplätzen in Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Potsdam nicht mehr wegzudenken. Dennoch werden Finkid-Fans sich daran gewöhnen müssen, ihre Kleinen künftig in andere Klamotten zu stecken – oder sich in Secondhandläden umzusehen. Denn wie Morgenpost Online erfuhr, ist das beliebte Berliner Modelabel am Ende.
Das Unternehmen hat bereits im August Insolvenz angemeldet. Weil Finkid, mit Zentrale in Schöneberg, zahlungsunfähig sei, hätten die chinesischen Lieferanten die Winterkollektion nicht mehr ausgeliefert, heißt es. Das Unternehmen ließ seine auf finnisches Design getrimmte Kollektion in China fertigen.
Das Insolvenzverfahren brachte offenbar auch keine Zukunftsperspektive für das 40 Mann starke Unternehmen. „Der Geschäftsbetrieb von Finkid wurde bereits eingestellt, die Mitarbeiter wurden freigestellt“, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Sebastian Laboga Morgenpost Online. Der Insolvenzverwalter verhandelt gerade mit den Inhabern der Marke Finkid, um herauszufinden, ob es zumindest für die Marke eine Zukunft gibt. Ob sich bereits Interessenten gemeldet haben, war aber nicht zu erfahren.
Der Niedergang scheint auf den ersten Blick schwer nachvollziehbar, weil die hochwertige, skandinavisch anmutende Kleidung von Finkid in kurzer Zeit viele Fans gefunden hatte – zumindest in Städten wie Berlin und Hamburg.
Das Label, auf dessen Kleidungsstücken in der Regel eine finnische Flagge prangt, kommt eigentlich aus der Kolonnenstraße in Berlin-Schöneberg. Es wurde vor rund sieben Jahren gegründet, wuchs rasant und wurde zuletzt in elf Läden verkauft, einer davon in Zürich, alle betrieben im Franchisesystem. Das bedeutet, die Ladenbetreiber arbeiten auf eigene Rechnung, bekommen aber die Ware, Marketing und Werbung von Finkid. Allein drei Geschäfte verkauften Finkid-Kleidung in Berlin. Eine Filiale in Stuttgart sollte im Winter dieses Jahres eröffnen.
Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen gut zwei Millionen Euro um, wie es hieß. Bis zuletzt waren die bunten Tuniken, atmungsaktiven Jacken und Overalls auch über einen Online-Shop erhältlich, dieser ist aber bereits vom Netz genommen. In den Geschäften sind noch Teile der Herbstkollektion zu finden.
Finkid bediente vor allem das eher teure Segment. Mehrere Berliner Designer versuchen, hier Geld zu verdienen. So entwirft etwa das Berliner Label Elfen Couture sehr hochwertige Kleidung für Kinder.


