Nach einem Verzicht im Jahr 2008 streichen die Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post wieder Millionen-Boni ein. Auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erhielt für seine Arbeit im Jahr 2009 insgesamt fast 9,6 Millionen Euro (rund 13,2 Millionen Dollar), wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.

2008 waren es 1,4 Millionen Euro. Von Ackermanns Gehalt sind rund 1,3 Millionen Euro fix, der Rest Boni. Der Großteil der Prämie aus Bargeld und Aktien wird aber nicht sofort ausbezahlt, sondern abhängig vom Erreichen bestimmter Ziele in den nächsten Jahren.

Der Vorstand der Deutschen Post erhält nach einer Nullrunde im Vorjahr für 2009 wieder einen Bonus von insgesamt 5,1 Millionen Euro. Post-Vorstandschef Frank Appel kassiert davon rund 1,3 Millionen Euro. 2008 hatten Appel und seine aktiven Vorstandskollegen angesichts der Wirtschaftskrise und eines Milliardenverlusts des Konzerns auf Boni verzichtet.

Groß Kasse macht vor allem der neue Finanz-Vorstand Larry Rosen. Der Amerikaner erhält als Kompensation für seinen Wechsel von Fresenius Medical Care innerhalb der nächsten drei Jahre neben seinem Gehalt rund 2,5 Million Euro extra als „Karenzentschädigung“.

Insgesamt belief sich die Barvergütung des neunköpfigen Post- Vorstands 2009 auf 14,92 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Hinzu kommen Sonderrechte (Aktienoptionen). Wie Appel bereits auf der Bilanzpressekonferenz erläutert hatte, soll der Anteil der variablen Vergütung künftig auch an längerfristigen Erfolgsmaßstäben gemessen werden.

2009 litt das Geschäft der Post zwar auch noch unter der weltweiten Konjunkturflaute, unterm Strich stand jedoch wieder ein Nettogewinn von 644 Millionen Euro. Dieses Ergebnis wurde auch dank eines harten Sparkurses erreicht, der auch die Mitarbeiter betraf. Nach Darstellung der Post ist die Vergütung der Vorstände so bemessen, „dass sie im internationalen und nationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit einen Anreiz für engagierte und erfolgreiche Arbeit bietet“.

In den USA hingegen verdienen die Kollegen weit mehr: American-Express-Chef Kenneth Chenault hat im vergangenen Jahr 17,4 Millionen Dollar verdient. Davon sind gut zehn Millionen Dollar Bonuszahlungen und erfolgsabhängige Zuschläge, wie aus Angaben des größten US-Kreditkartenunternehmens an die Regulierungsbehörden hervorging. Seine private Nutzung des Firmenjets floss mit gut 400.000 Dollar in das Gehaltspaket ein. 2008 verdiente Chenault noch knapp 29, ein Jahr zuvor fast 34 Millionen Dollar.

Mit seinem Einkommen 2009 liegt er auf dem Niveau von JPMorgan-Chase-Chef Jamie Dimon und übertrifft das Gehalt des Goldman-Sachs-CEOs Lloyd Blankfein um fast das Doppelte. Nachdem die US-Regierung auf dem Höhepunkt der Finanzkrise angeschlagene Institute mit Steuergeldern gerettet hat, ist auch in den USA eine hitzige Debatte um Managergehälter entbrannt. American Express hat inzwischen seine Staatshilfen von 3,4 Milliarden Dollar zurückgezahlt und profitiert von einer Belebung des Geschäfts bei gleichzeitig niedrigen Kreditzinsen.

Reuters/dpa/luk